Die Weltbank hat in ihrem aktuellen Bericht „Global Monitoring Report 2010“ die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die weltweite Armutsbekämpfung und die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) untersucht. Mit diesen acht Zielen soll bis 2015 unter anderem extreme Armut und Hunger halbiert werden. Im dem Bericht der Weltbank, wird deutlich, dass vor allem die Umsetzung der MDGs zu Gesundheit und Bildung (Foto: Curt Carnemark / World Bank) gefährdet sind.
Doch gerade bei
diesen Zielen handelt es sich wegen ihren Langzeitauswirkungen um extrem wichtige Punkte. Die Tatsache, dass heute weniger Mädchen die Schule besuchen, kann in ein paar Jahren dazu führen, dass die Mutter- und Kindersterblichkeit zunimmt, da die Frauen nicht über richtige Ernährung und Hygiene informiert sind. So geht die Weltbank davon aus, dass zwischen 2009 bis Ende 2015 aufgrund der durch die Finanzkrise verursachten Folgen etwa 1,2 Millionen mehr Kinder sterben werden.
Dennoch gibt es auch positive Punkte im Bericht. So geht die Weltbank davon aus, dass das Ziel extreme Armut zu halbieren, d.h. die Anzahl Menschen, die mit weniger als 1.25 US-Dollar am Tag leben müssen bis 2015 zu halbieren, erreichbar ist. Und dies selbst dann, wenn die wirtschaftliche Aufschwung bis dahin schwach ausfallen sollte.
Die Region Subsahara-Afrika bleibt allerdings das Sorgenkind bezüglich der Erfüllung der MDGs. Im schlimmsten Fall verdoppelt sich die bereits bestehende Diskrepanz zwischen Ziel und Ist-Zustand bis 2015. Dies würde bedeuten, dass zusätzlich 55 Millionen Menschen in extremer Armut leben würden.
Deshalb sei es extrem wichtig, dass die Weltgemeinschaft sich weiterhin für die Erreichung der MDGs einsetzt und Entwicklungsländer unterstützt.
Ein Weg dahin könnte die am Wochenende beim Frühjahrstreffen der Weltbank und des IWF beschlossene Stimmrechtsreform sein. Es wurde beschlossen, Entwicklungs- und Schwellenländer mehr Einfluss in den Entscheidungsgremien der beiden globalen Organisationen zu gewähren. Vielen Hilfsorganisationen geht diese Reform nicht weit genug, so kritisiert Oxfam-Sprecherin Caroline Hooper-Box, dass die Reform für die ärmsten Länder der Welt kaum Fortschritte bringe. Von den 47 Staaten im südlichen Afrika habe einzig der Sudan an Einfluss gewonnen, viele müssten sogar Stimmrechte abgeben.
Im September steht beim Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen in New York die Überprüfung der MDGs auf der Tagesordnung. “Deine Stimme gegen Armut“ wird mit Blick auf dieses Treffen der Staats- und Regierungschefs ordentlich Druck machen, dass konkrete Maßnahmen im Kampf gegen weltweite Armut unternommen werden. In wenigen Wochen startet unsere Kampagne zum Weltarmutsgipfel. Dann kannst Du auch selbst aktiv werden und mehr tun, als Deine Stimme gegen Armut zu erheben.