Der offizielle Blog zur Aktion DEINE STIMME GEGEN ARMUT


Flashmob gegen Armut: Leichenumrisse in Wetzlar

10. Juni 2010 | 1 Kommentar

Wetzlar, Bahnhofstraße, ein normaler Dienstagmorgen. Alle drei Sekunden fällt ein Mensch zu Boden, “stirbt”. Andere malen mit Kreide weiße Umrisse um die Aktivisten. Nach ein paar Minuten sind die Demonstranten wieder verschwunden, zurück bleiben irritierende Leichenumrisse, die an einen Tatort erinnern und der Schriftzug “Deine Stimme gegen Armut”, so war es in der Presse nachzulesen.

Die Aktion fand parallel zum Start der aktuellen Kampagne von “Deine Stimme gegen Armut” statt. Auch in anderen Städten haben solche Flashmobs stattgefunden, wir bemühen uns um Informationen und Bilder. Seit Dienstag ist der TV-Spot mit zwölf Tatort-Kommissaren online. Auf Youtube ist auch zur Flashmob-Aktion in Wetzlar ein Clip zu finden:

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Tatort Afrika: Kampagne 2010 startet mit TV-Spot

8. Juni 2010 | 1 Kommentar

Rund 100 Tage vor dem  Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen im September hat „Deine Stimme gegen Armut“ seine Kampagne 2010 gestartet. Kampagnensymbol ist ein „Leichenumriss“. Die Botschaft ist klar: Noch immer stirbt alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut. Es gibt ein Vorbeigehen, es gibt kein Wegsehen. Wir können und müssen etwas tun, um weitere Opfer zu verhindern.

Im Mittelpunkt steht der neue TV-Spot, in dem zwölf Tatort-Kommissare ihre Stimme gegen Armut erheben. Im Einsatz sind:

  • Sebastian Bezzel (Kriminalkommissar Kai Perlmann, Konstanz)
  • Maren Eggert (Kriminalpsychologin Frieda Jung, Kiel)
  • Ulrike Folkerts (Hauptkommissarin Lena Odenthal, Ludwigshafen)
  • Andreas Hoppe (Hauptkommissar Mario Kopper, Ludwigshafen)
  • Harald Krassnitzer (Chefinspektor Moritz Eisner, Wien)
  • Eva Mattes (Hauptkommissarin Klara Blum, Konstanz)
  • Axel Milberg (Hauptkommissar Klaus Borowski, Kiel)
  • Benjamin Morik (Pathologe Dr. Kurt Wehmut, Konstanz)
  • Richy Müller (Kommissar Thorsten Lannert, Stuttgart)
  • Sabine Postel (Hauptkommissarin Inga Lürsen, Bremen)
  • Dominic Raacke (Hauptkommissar Till Ritter, Berlin)
  • Simone Thomalla (Hauptkommissarin Eva Saalfeld, Leipzig)

Parallel ist die Kampagnen-Webseite in neuem Gewand an den Start gegangen. Zentrales Element auf www.deine-stimme-gegen-armut.de ist die Aktionskarte, auf der Stimmen gegen Armut geografisch verortet werden. Deine Stimme fehlt noch? Setze das Kampagnensymbol in Szene und lade Bilder und Videos von Deiner Aktion hoch. Was Du noch tun kannst haben wir hier zusammengestellt.

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DATA-Bericht 2010: G8 brechen ihre Zusagen deutlich

26. Mai 2010 | 1 Kommentar

Der neue Bericht der Lobby- und Kampagnenorganisation ONE fällt deutlich aus: Die G8-Staaten (USA, Kanada, Japan, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien) halten sich nicht an ihre eigenen Zusagen. 2005 hatten die G8-Staaten zugesagt zusammen mit anderen Gebern die Mittel für die Armutsbekämpfung in Afrika um insgesamt 25 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Die G8 werden ihren Anteil daran jedoch nur zu 61 Prozent umsetzen, rechnet ONE vor.

Deutschland liegt deutlich unter diesem gemeinsamen Wert. Trotz der Erhöhungen der Entwicklungshilfe in den letzten Jahren, erreichen die Ausgaben Berlins für Armutsbekämpfung in Afrika bis 2010 nur 25 Prozent des Versprechens von 2005. Grund dafür ist, dass nur ein kleiner Teil dieser Mittel nach Afrika ging. Besonders schlecht schneidet das G8-Mitglied Italien ab, das als einziges Land die Mittel für Afrika sogar gekürzt haben. Für ONE Grund genug zu fordern, Italien aus dem Kreis der G8 auszuschließen.

Auffällig ist, dass die beiden nordamerikanischen G8-Staaten, Kanada und die USA, ihre Versprechen für Afrika bereits jetzt, 2009, übererfüllt haben. Allerdings sind die Versprechen dieser beiden Staaten, die sie 2005 gegeben haben, bei weitem nicht so ehrgeizig wie die der europäischen G8-Mitglieder, wie ONE zu Recht betont.

ONE weist auch darauf hin, dass derzeit eine Verschiebung der Prioritäten innerhalb der deutschen Entwicklungszusammenarbeit erfolgt. So wird die Bundesregierung einen großen Teil der Mittel für Klimaschutz und den Aufbau in Afghanistan verwenden. Aus Sicht von ONE sollten diese beiden Sektoren jedoch zusätzlich finanziert und nicht zu Lasten der klassischen Armutsbekämpfung, v.a. in Afrika gehen.

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Teilerfolg für Kampagne: “Steuer gegen Armut” in aller Munde

25. Mai 2010 | 3 Kommentare

Die vergangene Woche war sehr ereignisreich für alle, die die Anliegen der Kampagne „Steuer gegen Armut“ unterstützen. Dazu gehören auch wir.  Zunächst fand im Finanzausschuss des Bundestags die Expertenanhörung statt, die die Kampagne mit mehr als 66.000 Unterschriften erzwungen hat. Am Morgen danach war zu hören, dass es unter den Finanzministern der EURO-Gruppe große Sympathie für eine Finanztransaktionssteuer gebe. Selbst wenn sie international nicht durchsetzbar sei, könne sie im Rahmen der EU eingeführt werden. Mit einer Finanztransaktionssteuer soll der Finanzsektor an den Kosten der Finanzkrise beteiligt werden und eine Abgabe auf den Handel von Finanzprodukten wie Aktien bezahlen. Das eingenommene Geld soll auch armen Ländern bei der Armutsbekämpfung zu Gute kommen.

Im Laufe des Tages geriet die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP dann in Bewegung: der Koalitionsausschuss einigte sich auf eine “Finanzmarktsteuer”, ließ aber offen, ob es sich dabei um eine Finanztransaktionssteuer oder die vom Internationalen Währungsfonds angeregte Finanzaktivitätssteuer handeln wird. Die Kampagne „Steuer gegen Armut“ forderte eine eindeutige Festlegung auf die Finanztransaktionssteuer. Zu diesem Zweck wurde auch Robin Hood nach Berlin eingeladen. Allerdings gelang es auch ihm und seinen Gefährten nicht, ein klares Votum zu erreichen. Lediglich mündlich war von Vertretern der Koalition, etwa Finanzminister Wolfgang Schäuble zu hören, man präferiere eine Finanztransaktionssteuer und könne sich eine europäische Lösung vorstellen.

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Aufstehen, Alarm schlagen: Stand Up-Aktionstage im September

19. Mai 2010 | 0 Kommentare

Steh auf gegen Armut und schlag Alarm. Jedes Jahr erheben Millionen Menschen weltweit an den globalen Aktionstagen “Stand Up & Take Action” ihre Stimme gegen Armut. Sie fordern gemeinsam Taten statt Worte: Die politischen Entscheidungsträger müssen ihre Versprechen halten und die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) umsetzen. Damit sind acht Ziele gemeint, mit denen unter anderem bis 2015 extreme Armut und Hunger halbiert werden soll.

Der “Stand Up” findet in diesem Jahr vom 17. bis 19. September statt, direkt vor dem Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen in New York. Mach mit und folge dem Aufruf von “Deine Stimme gegen Armut” und der UN-Millenniumkampagne. Lasst uns gemeinsam aufstehen und ein lautes und kraftvolles Signal nach New York senden.

Organisiere eine eigene STAND UP-Aktion, mit Freunden, Mitschülern, Kollegen oder alleine. Steht gemeinsam auf und setzt ein Zeichen. Ideen, Tipps, Materialien und Registrierung von Events auf
www.stell-dich-gegen-armut.de.

Alternativ kannst Du Dich auch an einer Aktion in Deiner Nähe beteiligen. Wer wann in Deiner Nähe aufsteht, erfährst Du ebenfalls auf der Stand-Up-Webseite.

Wir halten verschiedene Materialien für Deine Aktion bereit:

  1. Allgemeiner Info-Flyer (Download als PDF)
  2. Handzettel in DIN A5 mit Platz für Details Deiner Aktion (Download als PDF)
  3. Poster in DIN A2 mit Platz für Details Deiner Aktion (Download als PDF)

Diese und weitere Materialien kannst Du über die Stand-Up-Webseite kostenlos bestellen. Im vergangenen Jahr haben sagenhafte 173 Millionen Menschen in 120 Ländern mitgemacht. Bist Du 2010 dabei?

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G8-Aktion beim Kirchentag: 700 Besucher nehmen Platz neben Merkel

15. Mai 2010 | 2 Kommentare

Ein toller Erfolg war unsere G8-Fotoaktion beim Ökumenischen Kirchentag in München: Vom 13. bis 15. Mai nahmen rund 700 Besucher am Tisch der G8-Staats- und Regierungschefs Platz und hielten ihre Forderung an Politiker in die Kamera: Wir wollen gehört werden, war die zentrale Botschaft. Mit der Aktion unterstützen wir die G8-Kampagne unserer kanadischen Kollegen von Make Poverty History. Nebenbei gaben rund 300 Menschen ihre Stimme gegen Armut auf Unterschriftenlisten ab.

Die Reaktionen der Besucher auf die Aktion war durchweg positiv: pfiffig und sinnvoll war das meistgehörte Urteil. Wir sagen ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben – insbesondere aber auch an Annette, Franka, Gabriele, und Ruppert, die uns ehrenamtlich am Stand unterstützt haben! Vielen Dank auch an Handicap International für die Unterstützung. Ohne Eure Hilfe wäre es nicht so toll und erfolgreich geworden.

Findest Du Dich und Dein Bild?

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Vater werden ist nicht schwer…

7. Mai 2010 | 1 Kommentar

Hebamme Ngoma und Gynäkologin Dr. Galadanci… Mutter werden hingegen sehr. Nachts auf einer staubigen Straße. Demokadir (13) schleppt sich mühsam vorwärts. Sie ist hochschwanger und hat plötzlich grausame Schmerzen im Unterleib bekommen. Etwas stimmt nicht mit ihrem Kind. Ganz alleine legt sie den langen Weg von ihrem Dorf ins nächstgelegene Krankenhaus zurück, vier Stunden Fußmarsch und das im 8. Monat. Dennoch gibt sie alles, denn sie weiss, ohne die entsprechende medizinische Versorgung steht es schlecht um sie und ihr Kind. Mit letzten Kräften erreicht sie das Krankenhaus, doch nicht mehr rechtzeitig. Ihr Kind stirbt und Demokadir kann nur durch eine Operation gerettet werden.

So wie Demokadir geht es gerade in Entwicklungsländern vielen Frauen. Jede Minute stirbt eine Frau während der Schwangerschaft oder der Geburt. Das sind pro Jahr mehr als 300.000 Frauen! Diese Zahl soll bis 2015 um drei Viertel gesenkt werden, das haben die Staaten der Welt im Jahr 2000 versprochen. Die Senkung der Müttersterblichkeit ist eins von acht Millenniumsentwicklungszielen (MDG5). Während in allen anderen MDGs in den vergangenen Jahren gewisse Fortschritte erzielt wurden, ist bei der Müttersterblichkeit kaum Verbesserung zu erkennen. Deshalb schlagen viele Hilfsorganisationen Alarm und machen auf den Missstand aufmerksam

In Deutschland organisierten beispielsweise Oxfam, World Vision, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und andere die Mutternacht.  Sie sammelten Unterschriften, lobten einen Fotowettbewerb aus und luden gestern zu spannenden Event mit vielfältigen Programm in Berlin. Trotz des bedrückenden Themas war die Stimmung nicht von Resignation geprägt. Das abwechslungsreiche und spannende Programm weckte Hoffnung und Glauben an eine bessere Zukunft. Optimismus war vor allem in einem Interview mit einer afrikanischen Hebamme und einer Gynäkologin (Foto: Mutternacht) spürbar. Die beiden starken Frauen kämpfen in Malawi und Nigeria für das Überleben von werdenden Müttern. Sie begleiten manchmal pro Nacht bis zu 30 Geburten und lassen sich auch durch viele Rückschlägen nicht entmutigen.

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G8-Entwicklungsministertreffen in Kanada

3. Mai 2010 | 0 Kommentare

In der letzten Woche haben sich die EntwicklungsministerInnen der G8-Staaten im kanadischen Halifax getroffen, um die Schwerpunkte des diesjährigen G8-Gipfels im Bereich Entwicklung zu besprechen. Dabei ging es besonders um die Initiative Kanadas zur Stärkung der Mütter- und Kindergesundheit, Ernährungssicherung und die Millennium Development Goals (MDG).

(Das Bild zeigt die kanadische Entwicklungsministerin Beverly Oda)

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Junge Menschen kämpfen für ihre Träume

28. April 2010 | 0 Kommentare

Wie sieht das Leben in Jamaika aus, wenn man jung, HIV-Positiv und arm ist? Welche Hoffnungen hegt eine junge Frau, die gerade aus den Fängen von Menschenhändlern und der Sexsklaverei entkommen ist? Was für Ideen hat eine angehende Köchin, um Jugendarbeitslosigkeit in der Jaguare Favela in Brasilien zu bekämpfen?

Diese Fragen beantwortet die Fotoausstellung „Chasing the Dream“. Es werden Einblicke in die Gedanken und Lebenswelten von Silvia, Kaima, Anna, Sinat, Margaret, Jason, Mohammed und Urideia gegeben. Sie alle sind jung und leben in Entwicklungsländern. Das Prinzip: Je eines der acht Jugendportraits verkörpert je eines der acht MDGs.

Die Ausstellung tourt seit 2007 quer durch Deutschland. Anfang April war sie im Allee-Center in Berlin-Lichtenberg, wo viele BesucherInnen zum ersten Mal mit dem Thema MDG in Berührung kamen und viel Neues über die Situation von jungen Menschen in Entwicklungsländern erfuhren.

Nun ist die Ausstellung weiter gezogen und wird morgen um 11 Uhr in der City-Galerie Wolfsburg mit einer großen Eröffnungsfeier. Der Oberbürgermeister Prof. Rolf Schnellecke wird gemeinsam mit dem Wolfsburger Abenteurer und Aids-Aktivisten Joachim Franz, sowie dem Center Manager der City-Galerie Thomas Bauhüs die Ausstellung eröffnen. Die Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Westhagen werden zudem das Rahmenprogramm gestalten.

Falls es für Deine Schule nicht mehr reicht bei der Eröffnung dabei zu sein, habt Ihr noch bis zum 8. Mai Zeit  die Ausstellung in Wolfsburg zu besuchen.

Und für alle Nicht-Wolfsburger schaut hier nach, ob die Ausstellung nicht bald auch bei Euch in der Nähe vorbei kommt!

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Finanzkrise verursacht Krankheit und Bildungsmangel

27. April 2010 | 0 Kommentare

Die Weltbank hat in ihrem aktuellen Bericht „Global Monitoring Report 2010“ die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die weltweite Armutsbekämpfung und die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) untersucht. Mit diesen acht Zielen soll bis 2015 unter anderem extreme Armut und Hunger halbiert werden. Im dem Bericht der Weltbank, wird deutlich, dass vor allem die Umsetzung der MDGs zu Gesundheit und Bildung (Foto: Curt Carnemark / World Bank) gefährdet sind.

Doch gerade bei diesen Zielen handelt es sich wegen ihren Langzeitauswirkungen um extrem wichtige Punkte. Die Tatsache, dass heute weniger Mädchen die Schule besuchen, kann in ein paar Jahren dazu führen, dass die Mutter- und Kindersterblichkeit zunimmt, da die Frauen nicht über richtige Ernährung und Hygiene informiert sind. So geht die Weltbank davon aus, dass zwischen 2009 bis Ende 2015 aufgrund der durch die Finanzkrise verursachten Folgen etwa 1,2 Millionen mehr Kinder sterben werden.

Dennoch gibt es auch positive Punkte im Bericht. So geht die Weltbank davon aus, dass das Ziel extreme Armut zu halbieren, d.h. die Anzahl Menschen, die mit weniger als 1.25 US-Dollar am Tag leben müssen bis 2015 zu halbieren, erreichbar ist. Und dies selbst dann, wenn die wirtschaftliche Aufschwung bis dahin schwach ausfallen sollte.

Die Region Subsahara-Afrika bleibt allerdings das Sorgenkind bezüglich der Erfüllung der MDGs. Im schlimmsten Fall verdoppelt sich die bereits bestehende Diskrepanz zwischen Ziel und Ist-Zustand bis 2015. Dies würde bedeuten, dass zusätzlich 55 Millionen Menschen in extremer Armut leben würden.

Deshalb sei es extrem wichtig, dass die Weltgemeinschaft sich weiterhin für die Erreichung der MDGs einsetzt und Entwicklungsländer unterstützt.

Ein Weg dahin könnte die am Wochenende beim Frühjahrstreffen der Weltbank und des IWF beschlossene Stimmrechtsreform sein. Es wurde beschlossen, Entwicklungs- und Schwellenländer mehr Einfluss in den Entscheidungsgremien der beiden globalen Organisationen zu gewähren. Vielen Hilfsorganisationen geht diese Reform nicht weit genug, so kritisiert Oxfam-Sprecherin Caroline Hooper-Box, dass die Reform für die ärmsten Länder der Welt kaum Fortschritte bringe. Von den 47 Staaten im südlichen Afrika habe einzig der Sudan an Einfluss gewonnen, viele müssten sogar Stimmrechte abgeben.

Im September steht beim Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen in New York die Überprüfung der MDGs auf der Tagesordnung. “Deine Stimme gegen Armut“ wird mit Blick auf dieses Treffen der Staats- und Regierungschefs ordentlich Druck machen, dass konkrete Maßnahmen im Kampf gegen weltweite Armut unternommen werden. In wenigen Wochen startet unsere Kampagne zum Weltarmutsgipfel. Dann kannst Du auch selbst aktiv werden und mehr tun, als Deine Stimme gegen Armut zu erheben.

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Malaria: Kampf gegen Mördermücken

25. April 2010 | 0 Kommentare

Sommer – Sonne – Moskitonetz. Wer sehnt sich schon nicht nach dem Sommer? Endlich wieder Sonnenschein und Hitze. Zelten am See, nachts am Lagerfeuer sitzen und sanften Gitarrenklängen lauschen – wenn da bloß die lästigen Moskitos nicht wären! Doch was hier zu Lande zu nichts weiter als ein paar juckenden Stellen führen kann, verursacht jährlich den qualvollen Tod von rund einer Million Menschen. Zum größten Teil sterben Kinder an der Krankheit Malaria, die durch Stechmücken übertragen wird. Dabei wäre es einfach möglich dies zu verhindern. Es muss kein luxuriöses, märchenhaftes Himmelbett sein, schon ein schlichtes Moskitonetz (Foto: Georgina Goodwin und Vestergaard Frandsen)  kann das Leben von Millionen von Kindern retten. So gehen UNICEF und die Organisation „Roll Back Malaria“ in ihrem neuen Bericht zur aktuellen Situation in Afrika davon aus, dass 55 Prozent aller Todesfälle verhindert werden könnte, wenn alle Menschen dort mit Moskitonetzen versorgt würden.

Anlässlich des heutigen Weltmalaria-Tags machen Hilfsorganisationen weltweit darauf aufmerksam, dass zwar bereits große Fortschritte bei der Bekämpfung von Malaria gemacht wurden, dass aber dennoch in vielen Regionen immer noch ein enormes Defizit an Aufklärung besteht und dass die Betroffenen häufig nicht einmal über grundsätzliches Wissen, wie z.B. dass die Krankheit über Moskitostiche übertragen wird, verfügen. Gerade deshalb ist Aufklärung eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt im Kampf gegen Malaria. Aber auch die Einnahme von präventiven Medikamenten, vor allem für Schwangere, ist eine unabdingbare Maßnahme um Malaria zu bekämpfen.

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18.301 Unterschriften für ein faires Entschuldungsverfahren

15. April 2010 | 1 Kommentar

Am 14.April nahm Staatssekretär Hans-Jürgen Beerfeltz 18.301 Unterschriften für ein internationales Insolvenzverfahren (Entschuldungsverfahren) entgegen (Foto: BMZ). Sie wurden im Rahmen der Kampagne  “Mit Schulden fair verfahren – damit nicht die Armen die Krise bezahlen” von erlassjahr.de gesammelt.

Seit Jahren ist die Überschuldung von Staaten ein schwerwiegendes Problem, an dem schon viele Lösungsansätze gescheitert sind.  Gerade für Entwicklungsländer führt Verschuldung häufig dazu, dass wichtige Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur nicht möglich sind. Durch die Finanzkrise wurden diese Länder noch einmal besonders hart getroffen. Deshalb sind neue Lösungsansätze dringend notwendig.

erlassjahr.de sieht in der Einführung eines fairen und transparenten Schiedsverfahrens einen Ausweg aus der Schuldenkrise. EURODAD (European Network on Debt and Development), ein Netzwerk von 59 Nicht-Regierungs-Organisationen die gemeinsam an Themen aus dem Bereich Schulden, Entwicklungsfinanzierung und Armutsreduzierung arbeiten, hat 10 Grundsätze für ein faires und transparentes Entschuldungsverfahren entwickelt. Sie fordern neben Transparenz z.B. auch die Unabhängigkeit der Schiedsrichter, sowie die Freistellung der notwendigen Mittel, die der Staat benötigt, um seinen Bürgern die Deckung ihrer Grundbedürfnisse zu gewähren.

Die Bundesregierung  steht einem interantionalen Insolvenzverfahren für Staaten grundsätzlich positiv gegenüber.  So findet sich das Insolvenzverfahren für Staaten sogar im Koalitionsvertrag zwischen den Koalitionspartnern CDU/CSU und FDP. Konkrete  politische Schritte hat die Bundesregierung bisher allerdings nicht ergriffen. Vielleicht helfen ihr die 18.301 Unterschriften für das Staateninsolvenzverfahren auf die Sprünge.

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Deutschland jetzt Dritter

14. April 2010 | 1 Kommentar

Deutschland ist 2009 als zweitgrößter Geber von Frankreich abgelöst worden. Die deutsche Entwicklungshilfe ging um 2 Milliarden auf 11,9 Milliarden Dollar zurück. Deutschland kommt nun nur noch auf eine Quote von 0,35% des Bruttonationaleinkommens (BNE), 2008 waren es noch 0,38%. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Deutschland liegt damit weit unter dem Durchschnitt der Industriestaaten, der 0,48% des BNE beträgt. Die gesamte Entwicklungshilfe der Industriestaaten in der OECD betrug 119,5 Milliarden Dollar, etwas weniger als 2008 mit 122 Milliarden.

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79.595 Dollar für Djibuti: Datenbanken geben Übersicht über Entwicklungshilfe

9. April 2010 | 1 Kommentar

Wie viel Entwicklungshilfe hat Deutschland im Jahr 1999 an Djibuti bezahlt? Was hat Finnland 2006 in Südamerika für die Verbesserung von sanitären Einrichtungen und der Trinkwasserversorgung ausgegeben?  Und wieviel Geld floss eigentlich weltweit in den letzten fünf Jahren in Bildungsprojekte in Sri Lanka? Antworten auf diese und ähnliche Fragen finden sich in der neuen Online-Datenbank AidData. Sie enthält fast eine Million Einträge zur weltweiten Entwicklungshilfe und erfasst neben der Höhe auch Informationen über den Zweck der geleisteten Zahlungen.

So lassen sich detaillierte Informationen über die weltweiten Finanzströme der Entwicklungszusammenarbeit seit 1945 abrufen und auch in Zukunft soll AidData mit aktuellen Daten gefüttert werden. Die Höhe der Entwicklungshilfe Deutschlands für Djibuti im Jahr 1999 betrug übrigens 79.595 US-Dollar, die unter anderem für Aus- und Fortbildungsmaßnahmen sowie kulturelle Projekte ausgegeben wurden.

Wem das Ganze zu zahlenlastig erscheint und lieber an konkreten Beispielen sehen möchte, was Entwicklungszusammenarbeit bewirken kann: Bitteschön! Die “Good Practice”-Datenbank der Vereinten Nationen bietet einen Überblick über Fallstudien, die als Positivbeispiele neue Erfahrungen und Erfolge gebracht haben. Wie zum Beispiel der Fall aus Kenia, bei dem ein Finanzierungsprogramm immer mehr sozial benachteiligten Kindern die Verbesserung ihrer Lebensumstände ermöglicht. Fast 250.000 Kindern konnte so schon geholfen werden. Oder das Projekt aus Malawi, bei dem Familien, die von unter 0,10 US-Dollar am Tag leben müssen, finanzielle Hilfe bekommen, welche sich an der Zahl der zur Schule gehenden Kinder bemisst. Über 24.000 Haushalte und fast 49.000 Kinder haben bisher davon profitiert. Oder, oder, oder.

Vielleicht sollte auch Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) mal einen Blick in diese Datenbank werfen, um zu sehen, dass man mit mehr Geld mehr erreichen kann und dass Wirksamkeit und Höhe der Entwicklungshilfe keine Gegensätze sind. Dann stellt er vielleicht auch nicht mehr das 0,7 Prozent-Ziel infrage.

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Einsatz auf vier Rädern: Autoaufdruck wirbt für Deine Stimme gegen Armut

31. März 2010 | 1 Kommentar

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Foto: Angelika NeunzigWer zwischen Köln und Bonn häufiger mit dem Auto unterwegs ist, der kann ihn vielleicht sehen. Vor allem an der Ampel sollte man auf das Auto vor sich achten. Sieht man dort einen Heckaufdruck von “Deine Stimme gegen Armut, “dann hat man ihn gefunden – den grünen Punto von Angelika Neunzig.

Seit einiger Zeit schon fährt die Werbetechnikerin aus Niederkassel mit dieser selbstgemachten “Sonderausstattung” durch das Rheinland und möchte damit möglichst viele Menschen in ihrer Umgebung für das Thema Armut sensibilisieren. Besonders betroffen ist sie von dem Widerspruch, dass Milliarden in die Rüstungsindustrie und die Rettung maroder Banken fließen, während auf der Welt weiterhin Menschen an Hunger sterben. Und so erinnert auch der Punto an die leider immer noch aktuelle Botschaft unseres TV-Schnippspots: “Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut”.

“Wir können etwas tun, wir sind nicht machtlos und zusammen schaffen wir es, die Politik in die Pflicht zu nehmen, dieser Tragödie endlich Einhalt zu gebieten”, sagt Angelika Neunzig. Das können wir so unterschreiben. Ihr auch?

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Leben retten: Kanada zeigt, wie es nicht geht

25. März 2010 | 2 Kommentare

Um drei Viertel soll die Müttersterblichkeit bis 2015 gesenkt werden. So sieht es das fünfte der acht Millenniumsentwicklungsziele (MDG) vor. Wie ein Blick in den MDG-Report der Vereinten Nationen zeigt, ist MDG 5 jedoch das Ziel mit den wenigsten Fortschritten. Beim letztjährigen G8-Gipfel in Italien wurde Mütter- und Kindergesundheit folgerichtig auch als dringendstes globales Gesundheitsproblem anerkannt. Für den diesjährigen G8-Gipfels wird daher erwartet, dass die führenden Vertreter der sieben größten Industrienationen und Russland in diesem Jahr einen Schritt weiter gehen. Als Ende Januar der kanadische Premierminister Stephen Harper die geplanten Schwerpunkte des Gipfels, der Ende Juni in Huntsville stattfinden wird, vorstellte, hob er tatsächlich die besondere Bedeutung des Themas hervor und kündigte an, eine “große Initiative” vorzuschlagen, in der Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und der Privatsektor mobilisiert werden sollten, um die Kindersterblichkeitsrate zu senken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Einzelheiten dieser Inititiative hat der kanadische Premierminister bisher allerdings kaum verlauten lassen. Unterdessen hat Außenminister Lawrence Cannon aber erstmal seine ganz eigene Vorstellungen des Themas – und schloss essentielle Bestandteile aus der Inititative aus – um “Leben zu retten”, wie er sagte.

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Weltwassertag 2010: Kloschlangen für bessere Wasserqualität

22. März 2010 | 1 Kommentar

Wenn Ihr zu Hause den Wasserhahn aufdreht, dann seid Ihr es vermutlich gewohnt, dass das, was Euch da entgegensprudelt, sauberes Wasser ist. Ihr könnt es trinken oder darin Eure Spaghetti kochen und werdet vielleicht gar nicht daran denken, dass dies eine äußerst komfortable Situation ist. Denn fast 900 Millionen Menschen haben keinen Zugriff auf Trinkwasserquellen, wie eine neue Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Kinderhilfswerks UNICEF zeigt. Dabei ist sauberes Wasser die Grundlage für ein gesundes Ökosystem und damit auch für das Wohl der Menschen. Ob allgemeine Gesundheit, Produktion von Nahrungs-mitteln oder Biodiversität – alles hängt entscheidend von der Qualität des Wassers ab. Deshalb ist Wasserqualität auch der Schwerpunkt des diesjährigen Weltwassertages, der heute unter dem Motto “Sauberes Wasser für eine gesunde Welt” stattfindet.

Jeden Tag werden zwei Millionen Tonnen Jauche und andere Abwässer in den weltweiten Gewässern entsorgt. Die Wasserqualität ist daher zunehmend von Verschmutzung bedroht. Besonders in Entwicklungsländern ist die Lage ernst, wo 90 Prozent der Abwässer und 70 Prozent der Industrieabfälle ungefiltert in Oberflächengewässern entsorgt werden. Eine wichtige Gegenmaßnahme wäre dort die Förderung einer grundlegenden sanitären Versorgung. Diese ist auch Bestandteil der Milleniumsentwicklungsziele (MDGs). MDG7 sieht unter anderem die Halbierung der Menschen ohne Sanitärversorgung bis 2015 vor. Nach Erkenntnissen der Studie von von WHO und UNICEF wird dieses Ziel jedoch weit verfehlt, wenn die Anstregungen nicht ernsthaft erhöht werden.

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Magerer Haushalt ignoriert internationale Verpflichtungen

19. März 2010 | 9 Kommentare

Der gestern vom Bundestag verabschiedete Haushalt 2010 sieht eine magere Steigerung von 256 Millionen auf nun knapp 6,1 Milliarden Euro für das Entwicklungs- ministerium vor. Damit ist nun offiziell besiegelt, dass Deutschland seine eingegangen Verpflichtungen zur Erhöhung der Entwicklungshilfemittel auf 0,51% des Bruttonationaleinkommens(BNE) verfehlt. Mit dem jetzt verabschiedeten Etat werden voraussichtlich nur 0,4% erreicht.

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Ban Ki-Moon stellt Bericht vor: “Die MDGs bleiben erreichbar”

17. März 2010 | 14 Kommentare

Das Jahr 2000 war in vielerlei Hinsicht ein mit Spannung erwartetes Jahr. Schließlich begann mit ihm ein weiteres Jahrtausend. Ein neues Millennium! Das erlebt man ja nicht alle Tage. Auch die Vereinten Nationen verspürten wohl die Bedeutung des historischen Ereignisses und setzten sich im September 2000 zum Millenniumsgipfel zusammen (siehe unten, Foto: Wikipedia Commons), an dessen Ende eine Erklärung verabschiedet wurde, welche die Erreichung von acht Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) bis 2015 vorsah. Genau zehn Jahre später, nämlich im September 2010, werden sich wieder Vertreter vieler Staaten in New York treffen. Beim Weltarmutsgipfel soll das bisher Geleistete bewertet und das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Daher gilt das Jahr 2010 auch als ein Schlüsseljahr auf dem Weg zur Erreichung der Ziele.

Dies hat gestern auch noch einmal der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon hervorgehoben, der mit seinem Bericht einen ersten wichtigen Grundstein für den Gipfel legte. Die Bilanz des Berichts weist teilweise große Erfolge auf. Im Kampf gegen Armut und Hunger können einige Länder bereits auf einige Fortschritte verweisen. Gleichzeitig habe jedoch die Finanz- und Wirtschafts- sowie die Nahrungsmittelkrise viele Fortschritte zunichte gemacht.

Anstrengungen müssen verstärkt werden

Als wichtiste Erkenntnis des Berichts bleibt aber die Feststellung, dass die Millenniumsentwicklungsziele weiterhin erreichbar bleiben. Dafür seien allerdings zusätzliche Anstrengungen nötig, und zwar vor allem in den am wenigsten entwickelten Ländern, in Binnen- und kleinen Inselentwicklungsländern, die besonders häufig von Naturkatastrophen heimgesucht werden, sowie in Ländern, welche gerade einen Konflikt überwunden haben. Der Bericht hebt in diesem Zusammenhang vor allem die Wichtigkeit der Finanzierung hervor, vor allem versprochene Entwicklungshilfezahlungen müssen eingehalten werden. Diese Forderung geht auch in die Richtung Deutschlands, welches nach OECD-Schätzungen auch in diesem Jahr seinen internationalen Verpflichtungen nicht nachkommen wird. Aber auch innovative Finanzierungsmethoden sollten weiter entwickelt werden, fordert der Bericht. Ansatzpunkte für solche Methoden gibt es übrigens durchaus bereits, etwa in Form der Finanztransaktionssteuer oder einer Abgabe auf Flugtickets.

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Studie: Deutsche Panzer gehen weg wie warme Semmeln

15. März 2010 | 12 Kommentare

Wir befinden uns in Zeiten der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Alle Branchen klagen über Verluste an allen Ecken und Enden. Alle Branchen? Nein! Ein Industriezweig hört nicht auf, dem herrschenden Trend Widerstand zu leisten: Die Rüstungsindustrie. Wie eine heute veröffentlichte Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI zeigt, ist der weltweite Waffenhandel in den letzten fünf Jahren um 22 Prozent gestiegen. „Eine Dämpfung der Rüstungsausgaben durch die Finanz- und Wirtschaftskrise konnten wir entgegen unserer Prognose nicht ausmachen“, sagte eine Sprecherin des SIPRI.

Deutschland war im Verkaufen von Panzern und U-Booten so erfolgreich, dass es durch die Verdoppelung der Rüstungsexporte mittlerweile zum drittgrößten Waffenexporteur nach den USA und Russland am weltweiten Markt aufgestiegen ist: “The volume of Germany’s arms exports increased by over 100% between 2000–2004 and 2005–2009″, so der Bericht.

Wir befinden uns in Zeiten des globalen Aufschwungs der Rüstungsindustrie, in denen Deutschland fast 50 Milliarden US-Dollar für militärische Zwecke ausgibt – aber nur 11,3 Milliarden für Entwicklungshilfe.

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Zum Weltfrauentag: Armut hat ein weibliches Gesicht

8. März 2010 | 1 Kommentar

Armut trifft besonders Frauen: Protest beim Weltsozialforum in  Nairobi, 2007 (Foto: subcomandanta/ Flickr)Heute ist internationaler Weltfrauentag. 99 Jahre ist es her, da fand er im März 1911 zum ersten Mal in Deutschland, Dänemark, Österreich und der Schweiz statt. Seine Einrichtung ging zurück auf einen Vorschlag von Clara Zetkin bei der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen im Jahr zuvor. Streng genommen feiert der Weltfrauentag dieses Jahr also damit seinen 100. Geburtstag (Foto: Protest beim Weltsozialforum 2007; subcomandanta/ Flickr).

Einiges ist seither erreicht worden: Die Vereinten Nationen verabschiedeten das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau, in vielen anderen Ländern erhielten Frauen das Wahlrecht und Deutschland wird heute von einer Bundeskanzlerin regiert. War der internationale Frauentag vor 99 Jahren noch ein auf wenige europäische Staaten beschränktes Ereignis, so wird er heute weltweit beachtetet und ist in über 20 Ländern sogar offizieller Feiertag. Seit der Anerkennung durch die Vereinten Nationen heißt er auch “Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden”.

Doch trotz der Anerkennung von Frauenrechten auf dem Papier beutet dies noch lange nicht eine praktische Umsetzung. Zwar haben die meisten, aber eben doch nicht alle Länder ein Frauenwahlrecht. Vor allem in Entwicklungsländern sind Frauen proportional häufiger von AIDS betroffen: 60 Prozent der HIV-Infizierten in Sub-Sahara-Afrika sind weiblich. Und noch immer werden Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelungen.

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