Der offizielle Blog zur Aktion DEINE STIMME GEGEN ARMUT


Lena (22): Mit Kamera und Flashmob für verantwortungsvollen Konsum

Lena Reiner (22) hat mit einer spektakulären Flashmob-Aktion in der Fußgängerzone in Friedrichshafen die Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass alle 3 Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut stirbt. Nebenbei fotografiert die Studentin leidenschaftlich Fairtrade-Motive.

Der 4. Februar 2011 war ein kalter Freitag in Friedrichshafen am Bodensee. Doch das hielt die 22jährige Lena Reiner nicht davon ab, sich mit acht weiteren Aktivisten in der Innenstadt zu treffen, um mit einer spektakulären Flashmob-Aktion gegen die weltweite Armut aktiv zu werden. Gemeinsam zeichneten sie Leichenumrisse auf das Pflaster der Fußgängerzone. Passanten schauten dem Treiben irritiert zu und einer war so mutig und fragte nach, was hier passiert. Die Botschaft: Alle 3 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut.

Eine mögliche Lösung hatten die jungen Leute ebenfalls im Gepäck. Durch die bewusste Entscheidung für Fairtrade-Produkte kann jeder beim Einkaufen einen Beitrag leisten, die Lebensbedingungen der Produzentinnen und Produzenten in armen Ländern zu verbessern. Ihre Aktion haben die Aktivisten in Fotos und Video festgehalten.

Aufmerksamkeit zu schaffen für die Themen Fair Trade und Armutsbekämpfung ist für die Organisatorin Lena wichtig. Die Wirtschaftsstudentin ist gut vernetzt im Web 2.0. Mit Twitter und bei Facebook versuchte sie, möglichst viele Leute aus ihrem Bekanntenkreis und darüber hinaus für ihre Sache zu begeistern. Auf der Onlineplattform utopia.de betätigt sie sich ehrenamtlich als Moderatorin.

Ihr großes Netzwerk ist für ihr Engagement Gold wert. Am Tag des Flashmobs im Februar war der Kameramann kurzfristig abgesprungen. In die Bresche sprang der Pressesprecher einer örtlichen Bank, der gerade in der Fußgängerzone unterwegs war und den Lena persönlich kennt. Er erklärte sich spontan bereit, die komplette Aktion zu filmen und sorgte so für eine eindrucksvolle Dokumentation. „Er fand die Aktion klasse und hat mir sehr dabei geholfen, dass die Presse davon erfuhr“, freut sich die Studentin. Das Bild- und Videomaterial war Gold wert, um anschließend in verschiedenen Kanälen im Internet über die Aktion zu berichten und so noch mehr Menschen zu erreichen.

Die Medienresonanz war groß. Die Schwäbische Zeitung schrieb über den Flasmob, im Südkurier erschien ein großes Interview und das Onlineportal überding lud Lena ein, einen einen Gastbeitrag zu schreiben: „Es ist genau das eingetreten was ich mir erhofft hatte. Ich werde es wieder tun! Solche Aktionen sind wichtig. Mit Überraschungen liegt man häufig einfach richtig“, lächelt sie.

Ihre Freunde und Kommilitonen bewundern Lena auch für ihr Engagement. “Lena hat ständig neue Idee und setzt diese dann zum Glück auch um. Ob das jetzt die Flashmob-Aktion, die Mahnwache für Fukushima oder die Tatsache, dass sie sich für Nachhaltigen Konsum stark macht ist, macht da keinen Unterschied”, erzählt Julia, die mit Lena an der Zeppelin University studiert. “Bei mir schafft sie es jedes Mal mich mit ihren Aktionen zum Nachdenken zu bewegen, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben, Da macht es dann natürlich auch Spaß sich zu beteiligen und sie zu unterstützen.”

Die Leidenschaft für fairen Handel verbindet Lena mit einem anderen Hobby. „Ich fotografiere wahnsinnig gerne. Etwas darzustellen, in seinem ganz eigenen Licht und Schönheit, das fasziniert mich. Irgendwann bin ich darauf gekommen die Dinge, die mir wichtig sind miteinander zu verknüpfen.“ Seitdem fotografiert sie Leute, die fair gehandelte Kleidung tragen und kaufen. „Jeder kann sehen, dass es Menschen sind wie Du und ich, und es nicht schwer ist, auch etwas zu tun. Es sind keine Hippies oder Totalökos“, sagt sie mit einem Grinsen.Lena hat ihren Joker gezogen und ihre Stimme erhoben. Und wer weiß schon, dass „Fairtrade-Bananen, die überdies das Biosiegel tragen, im Supermarkt nur 10 Cent pro Kilo mehr kosten als konventionelle? Die Menschen in Friedrichshafen nach dieser Aktion wahrscheinlich schon.

Das Bild und die Geschichte von Lena sind Teil der Reihe “Deine Stimme ist unser Joker”. Von Mitte April bis Mitte Juni 2011 erscheint jede Woche eine Geschichte von jungen Menschen aus Deutschland und aus armen Ländern, die konkret und mit einfachen Mitteln in ihrem Umfeld Einsatz zeigen gegen die weltweite Armut. Was ist Dein Einsatz?

5 Reaktionen zu “Lena (22): Mit Kamera und Flashmob für verantwortungsvollen Konsum”

  1. Susanna Heitmann

    Diese super Aktion von Lena und Ihren Aktivisten Freunden, ist wirklich einmalig toll und sollte unbedingt unterstützt werden!!!! Meine Aktivisten Freunde und ich, werden hier bei uns in Göttingen versuchen, ebenfalls eine Aktion in die Wege zu leiten!!!!! Drückt uns die Daumen, dass auch wir damit Erfolg haben werden!!!!

  2. Deine Stimme gegen Armut - FunTas Blog

    [...] Toll auch die Aktion von den vielen engagierten Menschen wie zum Beispiel Lena, die am 8. Februar 2011 mit einem Flashmob für Aufmerksamkeit sorgte. Hut ab! Zurück zu den Millenniumszielen, die bis 2015 unter anderem [...]

  3. Manfred Martin Drescher

    Ich finde, dass verantwortungsvoller Konsum wichtig ist, um gegen Armut zu kämpfen. Wichtig ist, um einen Kahlschlag der Erde zu verhindern.
    DANKE für Eure Aktion

  4. Katharina Fust

    Eine wirklich sagenhafte Aktion! Viel Spaß auch bei weiteren.

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