Kein Kommissar ermittelt: Ulm und Wetzlar flashmobben gegen Armut
Ein Samstagvormittag in der Fußgängerzone im sonst so beschaulichen Wetzlar: Alle drei Sekunden sackt ein Mensch zusammen und bleibt liegen, seine Position wird mit Kreide nachgezeichnet. Nach drei Minuten ist alles vorbei, zurück bleiben die Umrisse – Leichenumrisse! Kleine Tatort-Schildchen erklären die Aktion: “Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut”.
Zu dem Flashmob aufgerufen hatte das Wetzlarer Aktionsbündnis “Deine Stimme gegen Armut”, welches auch nächsten Samstag noch einmal während des Brückenfestes auf dem Schillerplatz um 13 Uhr für mehr und bessere Armutsbekämpfung ordentlich Alarm schlagen will.
Nicht um Ulm oder gar um Ulm herum, sondern mitten in Ulm auf dem Münsterplatz bot sich am vergangenen Freitag ein ganz ähnliches Bild: Menschen “starben” im Drei-Sekunden-Takt, zurück blieben Leichenumrisse im Schatten des Münsters, welche von Passanten irritiert bis interessiert betrachtet wurden.
Zu der Ulmer Aktion hatte der Abiturient Niko aufgerufen, der unseren TV-Spot im Fernsehen sah und so auf die Homepage aufmerksam wurde. Häufig diskutiert er über Gerechtigkeit und Verantwortung im Zusammenhang mit Armut. Seiner Meinung kann jeder Einzelne etwas tun, um weltweite Armut zu bekämpfen: “Es liegt zu einem großen Teil an der Bevölkerung, die Politik in diese Richtung zu drängen. Und ich habe das Gefühl eine solche Aktion bewegt mehr als man denkt, weil es wichtig ist ein Bewusstsein zu schaffen und die Leute zu sensibilisieren.” Das finden wir auch und sagen vielen Dank für diese super Aktion!








Am 1. September 2010 um 16:23 Uhr
Armut ist immer schlimm und wir sollten nicht den Fehler machen, Menschen vorschnell zu verurteilen, egal in welchem Land
Am 3. September 2010 um 16:09 Uhr
Es ist immer das gleiche, wir haben nichts gegen obdachlose und drogenabhängige und natürlich auch nichts gegen Ausländer und doch grenzen wir uns ab, wen gruppen mit protestieren, die wir ablehnen, vor allem, wenn sie dann auch noch Hunde dabei haben. Echte Solidarität sieht aber ganz anders aus und Armut ist immer schlimm, egal aus welchem Grund.