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Sauberes Wasser: Keine Ware, sondern Menschenrecht

Dieses Wasser ist eigentlich untrinkbar (Foto: hdptcar/flickr)In Deutschland müssen wir nur den Hahn aufdrehen, um an sauberes Trinkwasser zu kommen. Doch das geht nicht überall: Fast 884 Millionen Menschen haben nach UN-Schätzungen keinen Zugang zu sauberem Wasser, über 2,6 Milliarden Menschen fehlt der Zugang zu sanitärer Grundversorgung. Mehr als 1,5 Millionen Kinder sterben jährlich an den Folgen von verschmutztem Wasser.

Gestern nun hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Recht auf Zugang zum sauberen Wasser und sanitärer Grundversorgung zum Menschenrecht erklärt. Die von Bolivien vorgelegte Resolution wurde mit 122 Stimmen angenommen, 41 Mitgliedstaaten enthielten sich. Die UN-Mitgliedsländer sowie internationale Organisationen wurden dazu aufgerufen, ärmere Länder bei ihren Bemühungen zu unterstützen, sauberes, zugängliches und bezahlbares Wasser sowie sanitäre Grundvorsorgung für jeden bereitzustellen. Diese Verbesserungen sind auch Teil der Millenniumsentwicklungsziele (MDG). MDG 7 sieht unter anderem vor, den Anteil der Menschen bis 2015 zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen haben.

Mehrere Organisationen und soziale Bewegungen hatten im Vorfeld der Erklärung die Vereinten Nationen dazu aufgerufen, den Zugang zu Wasser als Menschenrecht anzuerkennen. In einem offenen Brief betonten sie, dass die Anerkennung des Rechts auf Wasser vor allem für die Länder des Südens besonders wichtig ist. “Wasser wird in Zukunft umkämpft sein wie heute das Erdöl”, sagte Kerstin Sack von der globalisierungskritischen Organisation Attac. “Doch Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht.“

Die Erklärung des Rechts auf Wasser hat einen hohen symbolischen Wert, rechtlich bindend ist es jedoch nicht. Die Antrengungen für weitere Verbesserung müssen also weiter erhöht werden. Der bolivianische UN-Botschafter Pablo Solón erklärte gestern auch nochmal warum: “Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Durch schmutziges Wasser sterben mehr Menschen als an Aids, Malaria und Masern zusammen”. Und nach einer kurzen Pause: “Das waren gerade dreieinhalb Sekunden. Alle dreieinhalb Sekunden stirbt ein Kind, nur weil es kein sauberes Wasser hat.”

6 Reaktionen zu “Sauberes Wasser: Keine Ware, sondern Menschenrecht”

  1. Schramm

    Das Recht auf Sauberes Trinkwasser hätte es schon längst geben müssen. Gut, dass sich da endlich etwas tut. In Deutschland wird so viel mit dem kostbarem Trinkwasser gesaubeutelt. Bauern spritzen täglich nach ihrem Feldeinsatz ihre Trecker mit sauberem Trinkwasser ab, wo ich mich auch frage, wie kann so etwas geduldet werden. Und es gibt tausende Beispiele für unverantwortliches Umgehen mit dem knappen Gut – und anderswo auf der Welt ist nicht einmal genug Trinkwasser für das Überleben da. UND DAS IN 2010 – Hallo, wir müssen mal aufwachen! Ich bin zum Glück schon seit Kindheit so erzogen worden, dass ich dieses knappe Gut zu schätzen habe u. verantwortungsbewußt damit im Alltag umgehe.

  2. Juliana

    Ich finde nicht, dass wir den Wasserverbrauch in Deutschland mit dem notwendigen Recht auf Trinkwasserzugang in den südlichen Ländern der Welt vergleichen können. Erst neulich habe ich einen Artikel darüber gelesen, dass in Deutschland so viel Wasser gespart wird, dass es ein Grund ist, die Kosten anzuheben, weil das Leitungsnetz nicht voll ausgelastet ist und es daher zu höheren Reinigungskosten kommt. Für viele Menschen ist hingegen nicht einmal der Zugang zu sauberem Wasser möglich; erst neulich in Malawi habe ich wieder Menschen gesehen, die sich und ihre Wäsche im selben See wuschen, aus dem sie auch ihr Trinkwasser einholen. In vielen Gegenden ist auch einfach aus geografischen Gründen der Zugang zum Wasser viel schwerer als bei uns. Und leider können wir unser Wasser auch nicht in Container packen und in solche Länder schicken. Es geht also vielmehr darum, ein Umdenken in der Politik aller Länder zu bewirken, damit Verfügbarkeit von Wasser für alle möglich wird, statt unseren eigenen Wasserverbrauch zu kritisieren. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich auch gegen Verschwendung verhandener Ressourcen. Aber man sollte nicht vergessen, sich auf die wirklichen Problemregionen dieser Welt konzentrieren, in denen ein Bewusstsein für Sauberkeit und Hygiene zur Krankheitenvermeidung durch edukative Programme zusätzlich zur Wasserbereitstellung gewährleistet werden muss.

  3. Edmund

    Warum helfen die Länder, die die nötigen Mittel dazu haben, nicht den Entwicklungsländern? Wie schwer ist es Grundwasserbrunnen zu errichten? Einer in jedem Dorf würde viel bewegen, oder nicht? Gibts nicht die Möglichkeit lange Trinkwasserkanäle in die Gebiete zu führen, die eine schlechte Anbindung an Wasser haben? Bei Erdgas geht das doch auch, oder?

  4. Ewelina

    Hallo,

    ich hatte das Glück aus Polen, aus einem sehr armen Dorf mit meiner Familie nach Deutschland zu kommen. Damals war ich 3 Jahre alt. In Deutschland musste ich nie Hungern, oder Durstig sein. Meine Eltern jedoch oft.. sie bekammen die Chance mit uns nach Deutschland zu kommen. Dafür bin ich und bleib ich sehr dankbar.
    Ich finde jeder Mensch auf der Welt sollte genug Essen und Trinken haben, ein Dach über dem Kopf und die Chance auf Bildung. Es gibt genug Geld und möglichkeiten, und Bill Gates und Co. machen den ersten Schritt…!Die Welt, die Rohstoffe das Recht auf Leben gehört allen Menschen.

  5. Volkmar

    Es ist unglaublich, aber wenn wir kein anderes Model des Zusammenlebens und der Wirtschaft, als den Kapitalismus, finden, dann wird das Elend wohl noch ewig so weiter gehen.

  6. Deine Stimme gegen Armut Blog » Blog Archiv » H2O – Entwicklungsziel, Themenwoche, Menschenrecht.

    [...] Im Juli erklärten die Vereinten Nationen das Recht auf Wasser zum Menschenrecht. Das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung ist mit der Verabschiedung der entsprechenden Resolution verbindlich anerkannt. Dies ist ein erster, wichtiger Schritt zur Versorgung aller Menschen mit sauberem Trinkwasser und sanitärer Infrastruktur; zur Krankheits- und Hungerbekämpfung, Bewusstmachung des Stellenwerts der Ressource Wasser und letztlich auch zu nachhaltiger Entwicklung. [...]

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