Die Internationale Aidskonferenz geht zu Ende – Hoffnung für Frauen und Wut bei der Zivilgesellschaft
Vergangene Woche trafen sich über 19.000 Teilnehmer aus 197 Ländern, um auf der Internationalen Aidskonferenz (IAC) in Wien eine Woche lang über die Fortschritte und Hindernisse im Kampf gegen Aids zu beraten. Unter dem Motto „Rechte hier und jetzt“ („Rights Here – Right Now“) wurde die Bedeutung der Menschenrechte im Kampf gegen den HI-Virus betont und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und politischen Rahmenbedingungen diskutiert.
Internationale finanzielle Zusagen gab es keine. Im Gegenteil, die Bundesregierung wurde auf der IAC sogar heftig kritisiert. NGOs befürchten, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zahlungen an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) 2012 stark kürzen werde. Der Globale Fonds bündelt die Gelder der Industriestaaten, um sie gezielt und koordiniert im Kampf gegen die Krankheiten einzusetzen. Finanzielle Mittel sind entscheidend, um den HI-Virus einzudämmen, darüber war man sich auf der Konferenz einig. Wirksame Medikamente sind durch den Patentschutz der Pharmaunternehmen für die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt immer noch zu teuer – moderne Aids-Medikamente kosten ca. 2.000 US-Dollar pro Patient und Jahr.
Der Kampf gegen HIV/Aids ist teuer – aber medizinische Fortschritte machen Hoffnung. Insbesondere für Frauen versprechen neue Erkenntnisse einen Fortschritt in der HIV/Aids Prävention. Eine vom „Centre for the AIDS Programme of Research in South Africa“ (CAPRISA) durchgeführte Studie zeigt, dass ein Mikrobizid auf der Aids-Medikamenten einer HIV-Infektion entgegenwirken kann. Das Mikrobizid wird als Vaginalgel angewendet. Dies macht es Frauen möglich, sich auch ohne Einverständnis des Mannes vor einer HIV-Infektion zu schützen. Die medizinische Forschung belegt auch, dass die Behandlung von HIV-Infizierten mit modernen Präparaten einen doppelten, positiven Effekt hat. Die Therapie behandelt den Patienten und verringert gleichzeitig das Ansteckungsrisiko. Die Medizin ist somit schon in der Lage, die Ausbreitung der Epidemie weiter einzudämmen.
Die IAC endete mit hoffnungsversprechenden medizinischen Ergebnissen und der „Wien Deklaration“. In dieser fordern über 13.000 Unterzeichner unter anderem, dass die Staaten mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen und diese besser einsetzen müssen.

