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Deutsche wollen Merkel beim Gipfel in New York sehen

Angela Merkel soll das Thema „weltweite Armutsbekämpfung“ zur Chefsache machen: Mehr als 2/3 der Deutschen (69,8 Prozent) erwarten und befürworten, dass die Bundeskanzlerin im September persönlich zum Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen nach New York reist und Deutschland dort vertritt. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage, die „Deine Stimme gegen Armut“ in Auftrag gegeben hatte. (Die ausführlichen Umfrageergebnisse und eine Zusammenfassung stehen hier).

Außerdem zeigte die Befragung, dass Solidarität mit und Unterstützung für Menschen in armen Ländern unverändert hoch auf der Agenda der Befragten steht. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch in Deutschland große Probleme verursacht hat, halten es knapp drei von vier Deutschen (72,4 Prozent) für „wichtig” oder “sehr wichtig“, dass Deutschland seine Zusagen zur Entwicklungsfinanzierung einhält. Im Vergleich zu einer Umfrage von 2008 vor den Krisen hat sich diese Zahl nicht verändert. Die Bundesregierung soll – wie sie es versprochen hat – bis 2015 ihre Ausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) erhöhen – ein Ziel, das in starkem Gegensatz zu dem am Mittwoch verabschiedeten Entwurf des Bundeshaushalts steht. Aktuell liegt die Quote von Entwicklungsausgaben zu Wirtschaftskraft bei 0,35 Prozent.

Für acht von zehn Deutschen (82,9 Prozent) ist es wichtig, dass Deutschland sich für die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern engagiert. Besonders wichtig sind den Befragten die Bereiche Bildungsförderung, Hungerbekämpfung und medizinische Versorgung für Schwangere und Kinder. Doch wie soll dies mit einem stagnierenden Entwicklungsetat finanziert werden? Sieben von zehn Befragten (69,2 Prozent) sehen zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und die Bereitstellung der Einnahmen für die globale Armutsbekämpfung. Damit zeigen die Menschen ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden bei der Bewältigung der (Wirtschaft-)Krisenkosten.

Nun liegt es bei den politischen Entscheidungsträgern, mehr zu tun und der Armutsreduzierung politisch mehr Gewicht zu geben. Eine Ausrede zählt nicht: Die Bürgerinnen und Bürger würden einen entsprechenden Kurs unterstützen.

3 Reaktionen zu “Deutsche wollen Merkel beim Gipfel in New York sehen”

  1. Andy L.

    Gerade eben den aktuellen Werbespot gesehen. Also, vielleicht geht’s ja nur mir so, aber ich finde, die Promis nerven mit ihrer Fingerschnipperei. Besserwisserische Gutverdiener, wer nimmt die schon ernst, wenn sie Krokodilstränen vergießen? Und die Aussagen a la “Verdächtiger: Deutschland” sind ziemlich daneben. Dürfte doch wohl klar sein das wir 80 Millionen Deutschen nicht die Armut von Milliarden abstellen können, egal wie stark wir uns bemühen! Also, ich glaube, dieser Spot geht nach hinten los. Für erfolgreiche Werbung braucht man positive Aussagen, nicht negative.

    Stattdessen sollten mal lieber erfolgreiche Entwicklungshilfeprjekte vorgestellt werden. Nach dem Motto: ‘Diese Schule in ABC haben wir mit Geldern aus deutscher Entwicklungshilfe gebaut. Mit einem höheren Budget hätten wir im Nachbarort DEF auch eine bauen können. Machen Sie sich stark für mehr Gelder für die Dritte Welt!’

  2. Werner Kulka

    Hallo liebe Leser !
    Es ist natürlich schon lange überfällig das man mit der breiten Öffentlichkeits-Meinung und mit Nachdruck dieser,das man auf alle Probleme aufmerksam macht und die Öffentlichkeit sensibilisiert wird damit alle Regierungen Welt-Weit den Zorn der Menschen spüren das es so nicht weiter gehen kann wie bisher !
    Es werden doch überall leere Versprechungen gemacht und die Hinhalte-Taktik angewendet um bloß die dringend benötigten Gelder, anstatt für die Ärmsten aller Armen,an die Groß-Konzerne etc.zu verteilen !
    Sind nicht unsere Kinder das Kapital von Morgen,so der Slogan der Regierungen,dann man los,
    Liebe Grüße ! Werner Kulka

  3. Ulrich Schlenker (Deine Stimme gegen Armut)

    @Andy:
    Vielen Dank für die konstruktive Kritik: Die Anregung, mit positiven Beispielen der Entwicklungszusammenarbeit zu zeigen, dass Unterstützung wirkt, sinnvoll ist und weiterhin verstärkt passieren muss, werden wir in unseren Überlegungen für die Zukunft berücksichtigen.
    Mit dem aktuellen Spot wollen wir nicht auf die Tränendrüse drücken, sondern in angemessener Form, mit glaubhaften Prominenten und in durchaus drastischer Form aufrütteln und deutlich machen, im Rest der Welt passiert, während wir in Deutschland Paul zujubeln oder uns über defekte Klimaanlagen aufregen (das ist gar nicht wertend sondern zeitlich gemeint). Bei Dir hat es offensichtlich gewirkt: Du hast den Spot gesehen, Dir Gedanken gemacht und Dich hier an der Debatte beteiligt.
    “Deutschland” ist in sofern mitschuldig als das gegebener Versprechen nicht eingehalten werden und gleichzeitig kein Aufschrei durchs Land geht. Verkürzt ist die Darstellung, keine Frage. Das liegt aber logischerweise daran, dass die Details über das 0,7%-Ziel bei der Entwicklungshilfe oder die Forderung nach einem Patentpool für Medikamente oder die sofortige Abschaffung von Agrarexportsubventionen nicht in den Spot passt, sondern dann auf der Webseite nachzulesen sind.

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