MDG-Jahresbericht 2010: Entwicklungsziele sind erreichbar
Die Vereinten Nationen (UN) haben heute ihren Jahresbericht 2010 zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) veröffentlicht. Der Bericht dient der Vorbereitung des UN-Weltarmutsgipfels, der vom 20. bis 22. September in New York stattfindet (Bericht als PDF). Hauptziel der MDGs ist die Halbierung von Hunger und Armut bis 2015.
Der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon schreibt in seinem Vorwort, dass die MDGs erreichbar sind, wenn die nationale Entwicklungsstrategien entsprechend von internationalen Partnern unterstützt werden. Damit spricht er an, was die UN von dem MDG-Gipfel im September erwartet: Einen globalen, aktionsorientierten Plan der Staatengemeinschaft, der in den letzten fünf Jahren die Erreichung der MDG in Vordergrund stellt. Dabei müssen die Entwicklungsländer mehr Eigenverantwortung für die Erreichung der MDG in ihren Ländern übernahmen und die Industrieländer endlich ihren Beitrag zu einer globalen Entwicklungspartnerschaft liefern. Das heißt Umsetzung der Zusagen für Entwicklungsfinanzierung, Aufbau eines gerechten Welthandelssystems und Hilfe bei der Anpassung an den Klimawandel. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf von Seiten der reichen Staaten.
Die Bilanz der MDG fällt in dem Jahresbericht 2010 ähnlich aus wie in den Vorjahren. Ja, es gibt leichte Fortschritte bei der Umsetzung der einzelnen MDG, aber die Fortschritte sind viel zu gering, um sie bis 2015 umsetzen zu können. Lediglich MDG 1, die Reduzierung der extremen Armut, also die Halbierung des Anteils der Menschen, die von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag leben müssen, scheint bis 2015 erreichbar. Das zeigt aber auch, dass eine Verringerung der Einkommensarmut nicht einhergehen muss mit einem verbesserten Zugang zu Bildung und geringeren Sterblichkeitsraten von Müttern und Kleinkindern in Entwicklungsländern. Hier geht es darum die soziale Infrastruktur zu stärken, also in Schulen und Gesundheitssysteme zu investieren.
“Deine Stimme gegen Armut” fordert von der Bundesregierung, dass sie nicht mit leeren Händen nach New York fährt, sondern einen Aktionsplan erarbeitet, der genau festgelegt wie Deutschland in den nächsten fünf Jahren für die Erreichung der MDG beitragen will. In dem Bericht „5 vor 2015“ werden für solch einen Aktionsplan entsprechende Empfehlungen gegeben.


Am 11. November 2010 um 03:06 Uhr
Hier wird jeden Tag mit System Mord praktiziert.
Am 5. Mai 2011 um 15:39 Uhr
Hat der Berich “5 vor 2015″ in New York Berücksichtigung gefunden?
Am 6. Mai 2011 um 07:51 Uhr
Hallo Johanna,
wir haben den Bericht “5 vor 2015″ im Vorfeld des UN-Gipfels in New York wichtigen Entscheidungsträgern zugeschickt und auch bei einem Gespräch im Entwicklungsministerium als Grundlage genutzt. Einen genauen Einfluss auf die Gipfel-Erklärung ist schwer nachweisbar. Unser Ziel, ein nationaler MDG-Aktionsplan wurde leider nicht erreicht…
Herzliche Grüße
Ulrich Schlenker (Aktionsteam)