Der offizielle Blog zur Aktion DEINE STIMME GEGEN ARMUT


Vater werden ist nicht schwer…

Hebamme Ngoma und Gynäkologin Dr. Galadanci… Mutter werden hingegen sehr. Nachts auf einer staubigen Straße. Demokadir (13) schleppt sich mühsam vorwärts. Sie ist hochschwanger und hat plötzlich grausame Schmerzen im Unterleib bekommen. Etwas stimmt nicht mit ihrem Kind. Ganz alleine legt sie den langen Weg von ihrem Dorf ins nächstgelegene Krankenhaus zurück, vier Stunden Fußmarsch und das im 8. Monat. Dennoch gibt sie alles, denn sie weiss, ohne die entsprechende medizinische Versorgung steht es schlecht um sie und ihr Kind. Mit letzten Kräften erreicht sie das Krankenhaus, doch nicht mehr rechtzeitig. Ihr Kind stirbt und Demokadir kann nur durch eine Operation gerettet werden.

So wie Demokadir geht es gerade in Entwicklungsländern vielen Frauen. Jede Minute stirbt eine Frau während der Schwangerschaft oder der Geburt. Das sind pro Jahr mehr als 300.000 Frauen! Diese Zahl soll bis 2015 um drei Viertel gesenkt werden, das haben die Staaten der Welt im Jahr 2000 versprochen. Die Senkung der Müttersterblichkeit ist eins von acht Millenniumsentwicklungszielen (MDG5). Während in allen anderen MDGs in den vergangenen Jahren gewisse Fortschritte erzielt wurden, ist bei der Müttersterblichkeit kaum Verbesserung zu erkennen. Deshalb schlagen viele Hilfsorganisationen Alarm und machen auf den Missstand aufmerksam

In Deutschland organisierten beispielsweise Oxfam, World Vision, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und andere die Mutternacht.  Sie sammelten Unterschriften, lobten einen Fotowettbewerb aus und luden gestern zu spannenden Event mit vielfältigen Programm in Berlin. Trotz des bedrückenden Themas war die Stimmung nicht von Resignation geprägt. Das abwechslungsreiche und spannende Programm weckte Hoffnung und Glauben an eine bessere Zukunft. Optimismus war vor allem in einem Interview mit einer afrikanischen Hebamme und einer Gynäkologin (Foto: Mutternacht) spürbar. Die beiden starken Frauen kämpfen in Malawi und Nigeria für das Überleben von werdenden Müttern. Sie begleiten manchmal pro Nacht bis zu 30 Geburten und lassen sich auch durch viele Rückschlägen nicht entmutigen.

Eine stark fordernde Rede hielt auch die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Bereits in ihrer Amtszeit setzte sie sich vehement dafür ein, dass die Müttersterblichkeit gesenkt wird. Bei der „Mutternacht“ trat sich provokativ auf: „Wenn Männer Kinder zur Welt bringen würden, wäre das Gesundheitssystem das am besten ausgebildete.“ Sie fordert mehr Engagement von Seiten der Regierung und der Zivilgesellschaft. Es könne nicht sein, dass Frauen in Entwicklungsländern vor der Geburt von ihrer Familie und Verwandtschaft Abschied nehmen. Ein Minimum an medizinischer und hygienischer Versorgung, aber auch Zugang zu Verhütungsmitteln würde ausreichen, um den Tod von tausenden Frauen zu vermeiden.

Du selbst kannst auch etwas tun und den Aufruf für mehr Müttergesundheit unterschreiben. Setze Dich dafür ein, dass Leben zu schenken nicht mehr bedeutet, sein eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

Eine Reaktion zu “Vater werden ist nicht schwer…”

  1. Horst Torsten

    Wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen Menschen gehören würde, gäbe es die blödsinnige wie arglistige Frage “Wer soll das bezahlen?” nicht, denn PRINZIPIELL würde alles GERECHTER und WAHRHAFTIGER organisiert werden – eine Welt- und Werteordnung, OHNE Wettbewerb, OHNE Steuern, OHNE “Sozial”-Versicherungen, OHNE manipulativ-schwankende Werte, OHNE systemrationalem Zeit-/Leistungsdruck zu einer Karriere von Kindesbeinen, usw., auf der Basis eines bedingungslosen MENSCHENRECHTS auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit, mit allen daraus MENSCHENWÜRDIG resultierenden Konsequenzen / Möglichkeiten, ist absolut machbar.

    Für geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein: Der konfusionierenden Überproduktion von systemrationalem Kommunikationsmüll ein Ende – keine Bildung mehr zu Suppenkaspermentalität auf Sündenbocksuche / keine GLEICHERMAßEN unverarbeitete / MANIPULIERBARE Bewußtseinsschwäche in Angst, Gewalt und “Individualbewußtsein” mehr!!!

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