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Der offizielle Blog zur Aktion DEINE STIMME GEGEN ARMUT


A Brandt New World?

Willy Brandt“Die Abschaffung der Armut an sich ist nicht nur eine moralische Verpflichtung. Es ist in niemandes Interesse, Armut, Unsicherheit, Leiden und Zerstörung die sie bringt, weiterhin zuzulassen. (…) Die Reise wird lang und beschwerlich sein, aber sie muss jetzt beginnen. (…) Wir müssen klare Ziele setzen um die dringendsten und gefährlichsten Probleme zu lösen. (…) Die Welt muss darauf abzielen, Hunger und Unterernährung durch die Bekämpfung von extremer Armut bis zum Ende des Jahrhunderts abzuschaffen.”

Moment: Bis zum Ende des Jahrhunderts? Ist das nicht noch ewig hin? Muss nicht früher etwas geschehen? Es muss. Das Zitat stammt – obwohl es brandaktuell klingt – auch nicht etwa aus diesem sondern aus dem letzten Jahrtausend. Nachzulesen ist es auf den Seiten 195 bis 197 der  Studie “Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer”, die genau heute vor 30 Jahren erschien und bekannt geworden ist unter der Bezeichnung “Brandt-Report”.

Das Zitat bezieht sich daher nicht etwa auf das Ende dieses, sondern auf das Ende des letzten Jahrhunderts, nämlich auf das Jahr 2000, in dem – wir erinnern uns – überhaupt erst klare Ziele formuliert wurden und zwar in Form der Millenniumentwicklungsziele (MDG). Diese sehen nicht einmal eine Abschaffung, sondern gerade einmal eine Halbierung der Armut vor. Aber selbst von der Erreichung dieses Ziels sind wir heute noch weit entfernt, wie der letzte MDG-Report der UN zeigt.

Als am 12. Februar 1980 die Kommission unter dem damaligen deutschen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) den Report vorlegte, leitete sie eine Wende in der Entwicklungspolitik zu einem Zeitpunkt ein, in dem der Konflikt zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen Ländern des Südens immer stärker sichtbar wurde. Entwicklung sollte nicht mehr einfach nur als der bloße Übergang von arm zu reich und von einer traditionellen Agrarwirtschaft zu einer modernen Industriegesellschaft verstanden werden, auch die menschliche Würde in Form von grundlegenden Bedürfnissen wie Gesundheit, Bildung und Nahrung sollte eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt beinhaltete der Bericht nicht nur moralische Appelle, sondern auch praktische Handlungsempfehlungen. So wurden eine gezielte Erhöhung der Entwicklungshilfe und die Einführung eines weltumspannenden Nahrungsmittelprogramms ebenso vorgeschlagen, wie die Besteuerung von Militärausgaben oder ein größeres Mitspracherecht der Entwicklungsländer beim Rohstoffhandel.

offergeldWährend der Brandt-Report international relativ kontrovers diskutiert wurde, blieb man im Heimatland des Kommissionsleiters eher zurückhaltend.  Deutschlands damaliger Entwicklungsminister Rainer Offergeld (SPD, rechts im Bild) hatte dafür eine besonders bemerkenswerte Erklärung. In einem Interview mit dem “Spiegel” antwortete er auf die Frage nach den Gründen für das geringe Echo auf den Report: “Das liegt an einem ganz simplen Grund, zum Beispiel, dass davon nicht einmal genügend Exemplare in den Buchhandlungen vorhanden sind”.

Heute gilt der Brandt-Report als Meilenstein der Entwicklungspolitik. Umgesetzt wurden letztendlich jedoch nur wenige Empfehlungen, die Lage in vielen Entwicklungsländern hat sich seither sogar verschlechtert. In seinem Vorwort schrieb Brandt: “Es besteht die Gefahr, dass im Jahr 2000 große Teile der Weltbevölkerung immer noch in Armut leben”. Damit hat er leider Recht behalten.

Eine Reaktion zu “A Brandt New World?”

  1. Der Mensch

    “Was wir wollen?â€? Das ist eine berechtigte und sehr gute Frage. Doch was für Möglichkeiten haben wir, unsere Ideen oder Vorschläge zu realisieren??? Ich möchte z. B. am liebsten, dass ALLE Menschen (international) gleiche Rechte (und Pflichten), gleiche Chancen und gleich viel an Hab und Gut haben! Des Weiteren brauchen wir keinerlei Führungspositionen wie z. B. Politiker, Manager oder der Gleichen, die unbegründet übertriebene und viel zu hohe Gehälter kassieren. Anstatt dessen brauchen wir “Ehrenamtlich tätige Menschenâ€? die zufrieden und ausgeglichen durch Ihre Arbeit bzw. “Hobbyâ€? zum Wohle der Gesellschaft beitragen. Jeder Mensch soll das >grenzenlose< Recht haben, sich frei entscheiden zu dürfen, wo er auf dieser Welt leben möchte. Purer Luxus bzw. das Prommi-Gesockse wie die "Super-Reichen" darf und soll es in Zukunft nicht mehr geben! Das Bewusstsein der Menschen von heute muss sich noch sehr stark entwickeln z.B. in Richtung "Gleichberechtigung" und "Vernunft". Einseitiger Reichtum bringt uns Menschen nicht zusammen, sondern trennt uns immer mehr (s. permanent steigende Single-Haushalte). Die höchste Rate an Verbrechen, sind durch Kapitaldelikte verursacht worden d.h. wenn es z.B. kein Geld mehr gäbe, dann gäbe es weder "Reiche" bzw. "Arme" Menschen. Keiner hätte einen Grund einen anderen Mitmenschen zu überfallen, denn man hat nicht mehr und nicht weniger wie jeder andere auch! Also kurz gesagt, es würde keinen Sinn ergeben jemanden zu überfallen, wenn man keine "Beute" machen kann… bzw. wenn es sowieso keiner mehr nötig hat… denn jeder hat doch gleich viel… an materiellen Dingen, die zum Leben eben gebraucht werden. Jeder Mensch sollte sein Dasein immer wieder hinterfragen… das Ergebnis wird immer wieder das Gleiche sein… WIR kommen "nackt" auf diese Welt… und müssen auch "nackt" ohne irgendetwas von dieser Welt wieder gehen!!! Das sind buchstäbliche nackte Tatsachen… die Dinge, die wir benutzen oder zum Leben brauchen, sind nur "vorübergehend" geliehen und nicht zum "mit hinüber nehmen" für uns gedacht. Wenn diese Tatsache wirklich jeder Mensch irgendwann einmal begriffen hat, dann beginnt eine "Neue Ära" das sogenannte "GOLDENE ZEITALTER" für uns ALLE. Ich freue mich schon heute auf diesen Tag (2013)… Was meint Ihr dazu??? Sei Ihr auch dabei…???

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