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Müttergesundheit und Kindersterblichkeit: Kanada stellt G8-Schwerpunkte vor

Kanadas Premierminister Stephen Harper (Foto: WEF/ swiss-image.ch/ Remy Steinegger)Seit Anfang Januar hat Kanada den Vorsitz der “G8″ inne. Vor wenigen Tagen hat der kanadische Premierminister Stephen Harper beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) vorgestellt, welche Schwerpunkte der diesjährige G8- und der unmittelbar zuvor staffindende G20-Gipfel haben soll (Rede im Volltext).

Besonderer Schwerpunkt der G8-Agenda soll die Situation von Müttern und Kindern in den Entwicklungsländern sein. Kanada werde eine “große Initiative vorschlagen” und Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und den Privatsektor mobilisieren, um die Rate der Kindersterblichkeit zu senken und die Standards in der Gesundheitsversorgung zu heben, so Harper. Die Lösungen seien an sich nicht teuer. Die Kosten für Trinkwasser, Impfungen, bessere Ernährung sowie die Ausbildung von Gesundheitspersonal für die Versorgung von Frauen und Kinder, könne sich jedes G8-Land leisten. Gleiches gelte für die Kindersterblichkeit. Vor allem in Subsahara-Afrika und Südasien ist die Gefahr für Frauen und Mädchen sehr hoch an den Komplikationen einer Schwangerschaft oder Geburt zu sterben.

Wälder und Seen: So wie hier in Muskoka stellt man sich Kanada vor (Foto: Swisscan/ Flickr)Sowohl die Verbesserung der Müttergesundheit (MDG 5) als auch die Senkung der Kindersterblichkeit (MDG 4) sind zwar zwei der acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs), mit denen die Staatengemeinschaft bis zum Jahr 2015 die Armut weltweit massiv bekämpfen will. Aber auch zehn Jahre nach der Verabschiedung der MDGs ist bei den zwei genannten viel zu wenig passiert.  2010 ist ein Jahr der Entscheidung für die MDGs. Einigt sich die internationale Gemeinschaft in diesem Jahr nicht darauf, alles daran zu setzen, die Ziele umzusetzen, dann rückt die fristgerechte Erreichung in weite Ferne.

G8 müssen Größe zeigen: “Show us the money”

Die G8, in der die größten Geberstaaten vereint sind, müssen jetzt endlich ihrer Verpflichtung für eine nachhaltige Finanzierung der MDGs nachkommen. Ihre eigene Zielsetzung vom G8-Gipfel 2005 in Gleneagles, die Entwicklungshilfe bis 2010 um 50 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, wird wohl verfehlt. Die G8 sollten jetzt Größe zeigen und erstens ihr Scheitern eingestehen und zweitens einen verbindlichen Finanzierungsplan für alle G8-Staaten aufstellen, über den jährlich Rechenschaft ablegt wird. Letztlich hängt viel an der Finanzierung bei der Verwirklichung der MDG. Jedes noch so gute Konzept, jede noch so gute Strategie braucht Geld für eine erfolgreiche Umsetzung.

Aktion von Make Poverty History Canada vor dem G8-Gipfel 2009.

Unsere kanadischen Partner von Make Poverty History (MPH) Canada reagierten erfreut auf die Ankündigung ihrer Regierung, sich den MDGs vier und fünf zu widmen, sind aber gleichzeitig skeptisch und fordern zu Recht: “Show us the money”. Die MPH-Kampagne ist gehört zum “Zivilgesellschaftlichen G8/G20 Netzwerk” in Canada, in dem mehr als 60 Organisationen aus dem Entwicklungs- und Umweltbereich, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Studierendengruppen zusammengeschlossen sind.  Parallel Harpers Ankündigungen in Davos stellte das Bündnis Ende Januar in Kanadas Hauptstadt Ottawa ihre Forderungen an die G8- und G20-Gipfel im Juni vor (PDF):

  1. Einhaltung der der Versprechen zur weltweiten Armutsbekämpfung, insbesondere die Stärkung von Frauen und Kindern.
  2. Unterstützung für arme Länder bei der Bewältigung des Klimawandels als Teil eines fairen, ambitionierten und verbindlichen Klimaschutzabkommens.
  3. Unterstützung armer Länder bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise und Reformen im globalen Finanzsystem.

Logo der kanadischen G8-/G20-Kampagne "At the Table"Unter dem Motto “At the table” wollen die Organisationen Druck auf die Regierungschefs machen. Sie wollen “mit am Tisch sitzen” und ihre Forderungen zu Gehör bringen. Dazu wird es verschiedene Online-Aktionen etwa mit Fotoupload und Unterschriftensammlungen geben, aber auch Aktionstage und Diskussionsveranstaltungen.

Die “Gruppe der 8″ umfasst die wichtigsten Industrieländer der Welt, die alljährlich beim traditionellen G8-Gipfel über die Geschicke der Welt diskutieren. Der G8-Gipfel findet dieses Jahr Ende Juni in Muskoka statt, rund zwei Autostunden von Toronto, Kanadas größter Stadt, entfernt. Unmittelbar vor dem G8-Gipfel findet ebenfalls in Kanada das Gipfeltreffen der G20-Staaten statt, quasi eine G8 plus die nächsten 14 wichtigsten Staaten.

Während sich die G20 weiterhin mit Fragen der Weltwirtschaft und Regulierung der Finanzmärkte beschäftigen sollen, spielt die G8 in den Vorstellungen Harpers die Rolle des Vorreiters in Fragen von Entwicklung, Demokratie, Frieden und Sicherheit sowie Klimawandel.

2 Reaktionen zu “Müttergesundheit und Kindersterblichkeit: Kanada stellt G8-Schwerpunkte vor”

  1. Deine Stimme gegen Armut Blog » Blog Archiv » Leben retten: Kanada zeigt, wie es nicht geht

    [...] die geplanten Schwerpunkte des Gipfels, der Ende Juni in Huntsville stattfinden wird, vorstellte, hob er tatsächlich die besondere Bedeutung des Themas hervor und kündigte an, eine “große Initiative” vorzuschlagen, in der Regierungen, [...]

  2. Der Mensch

    “Was wollen wir?â€? Das ist eine berechtigte und sehr gute Frage. Doch was für Möglichkeiten haben wir, unsere Ideen oder Vorschläge zu realisieren??? Ich möchte z. B. am liebsten, dass ALLE Menschen (international) gleiche Rechte (und Pflichten), gleiche Chancen und gleich viel an Hab und Gut haben! Des Weiteren brauchen wir keinerlei Führungspositionen wie z. B. Politiker, Manager oder der Gleichen, die unbegründet übertriebene und viel zu hohe Gehälter kassieren. Anstatt dessen brauchen wir “Ehrenamtlich tätige Menschenâ€? die zufrieden und ausgeglichen durch Ihre Arbeit bzw. “Hobbyâ€? zum Wohle der Gesellschaft beitragen. Jeder Mensch soll das >grenzenlose< Recht haben, sich frei entscheiden zu dürfen, wo er auf dieser Welt leben möchte. Purer Luxus bzw. das Prommi-Gesockse wie die "Super-Reichen" darf und soll es in Zukunft nicht mehr geben! Das Bewusstsein der Menschen von heute muss sich noch sehr stark entwickeln z.B. in Richtung "Gleichberechtigung" und "Vernunft". Einseitiger Reichtum bringt uns Menschen nicht zusammen, sondern trennt uns immer mehr (s. permanent steigende Single-Haushalte). Die höchste Rate an Verbrechen, sind durch Kapitaldelikte verursacht worden d.h. wenn es z.B. kein Geld mehr gäbe, dann gäbe es weder "Reiche" bzw. "Arme" Menschen. Keiner hätte einen Grund einen anderen Mitmenschen zu überfallen, denn man hat nicht mehr und nicht weniger wie jeder andere auch! Also kurz gesagt, es würde keinen Sinn ergeben jemanden zu überfallen, wenn man keine "Beute" machen kann… bzw. wenn es sowieso keiner mehr nötig hat… denn jeder hat doch gleich viel… an materiellen Dingen, die zum Leben eben gebraucht werden. Jeder Mensch sollte sein Dasein immer wieder hinterfragen… das Ergebnis wird immer wieder das Gleiche sein… WIR kommen "nackt" auf diese Welt… und müssen auch "nackt" ohne irgendetwas von dieser Welt wieder gehen!!! Das sind buchstäbliche nackte Tatsachen… die Dinge, die wir benutzen oder zum Leben brauchen, sind nur "vorübergehend" geliehen und nicht zum "mit hinüber nehmen" für uns gedacht. Wenn diese Tatsache wirklich jeder Mensch irgendwann einmal begriffen hat, dann beginnt eine "Neue Ära" das sogenannte "GOLDENE ZEITALTER" für uns ALLE. Ich freue mich schon heute auf diesen Tag (2013)… Was meint Ihr dazu??? Sei Ihr auch dabei…???

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