Kanada im Fokus
Deine Stimme gegen Armut hat heute einen Brief an die kanadische Botschaft in Deutschland geschrieben. Auch viele unserer Partner der internationalen Aktion gegen Armut (Global Call to Action against Poverty) haben dem kanadischen Botschafter in ihrem Land einen ähnlichen Brief geschickt. In dem Brief fordern wir den Gastgeber des G8- und G20-Gipfels dazu auf die Armutsbekämpfung, den Klimaschutz und die Reform der Finanzmärkte in Angriff zu nehmen.
Kanada steht in diesem Jahr im Fokus der internationalen Öffentlichkeit, denn sowohl G8- wie auch der G20-Gipfel finden in Kanada statt. Wichtige Entscheidungen werden von den Staatenlenkern erwartet. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hält die Welt immer noch in Atem, der Klimaschutz ist in Kopenhagen nicht vorangekommen und Armut und Hunger sind weit verbreitet.
Die Weichen richtig stellen
Was erwarten wir von den kanadischen Gipfeln? In erster Linie wünschen wir uns einen echten Impuls für die im September anstehende Konferenz der Vereinten Nationen zur Überprüfung des Umsetzungsstands der Millenniumsentwicklungsziele (MDG). Es verbleiben noch knappe fünf Jahre zur Erreichung der ambitionierten Entwicklungsziele, wie z.B. die Halbierung der weltweiten Armut. Stellen die großen und reichen Staaten nicht die richtigen Weichen in diesem Jahr, dann werden die Ziele wohl nicht erreicht werden. Die richtigen Weichen zu stellen, bedeutet eine Art MDG-Rettungsplan ins Leben zu rufen, der die Finanzierung und die Konzentration auf Schlüsselbereiche verbindlich festlegt. Darüber hinaus sollten von den beiden G-Gipfeln wichtige Signale und Entscheidungen in Richtung Klimaschutz und Reform der Finanzmärkte ausgehen. Diese beiden Punkte müssen unbedingt entwicklungsfreundlich gelöst werden, denn sie hängen eng mit Armut und Hunger und damit mit den MDG zusammen.
2010 ist ein Lackmustest für die globale Kooperation der Staatengemeinschaft sowohl auf der Ebene der Vereinten Nationen wie auch auf Ebene der G8/G20. Sie muss beweisen, dass sie nicht nur erkennen kann, dass Armut, Hunger und Klimawandel uns alle betrifft und nur gemeinsam gelöst werden können, sondern auch fähig ist tätig zu werden und sich von kurzsichtigen nationalen Egoismen zu lösen.

