UN zeigt die Lücken auf
Eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen (UN) hat in einem Bericht die Versäumnisse der Geber bei der Entwicklungsfinanzierung aufgezeigt. 2005 haben die G8 auf dem Gipfel in Gleneagles vorausgesagt, dass die Entwicklungsausgaben aller Gebernationen 50 Milliarden US-Dollar über den Ausgaben von 2004 liegen würden. Von diesen 50 Milliarden sollen 25 Milliarden US-Dollar für Afrika bestimmt sein. Diese Zusage wurde auf den darauf folgenden G8-Gipfeln stets bestätigt.
Die Zahlen der UN zeigen, dass bis 2010 noch eine gewaltige finanzielle Lücke klafft, um die Zusage zu erfüllen. 2008 gaben die Gebernationen insgesamt knapp 120 Milliarden US-Dollar für die Entwicklungszusammenarbeit aus. 2010 müssten es 154,5 Milliarden US-Dollar sein um die Zusage von Gleneagles zu erfüllen. Das bedeutet eine Steigerung der Ausgaben um über 17 Milliarden US-Dollar pro Jahr für 2009 und 2010.
Von den Steigerungen die seit 2004 in der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit vorgenommen wurden, ist Afrika viel zu kurz gekommen. 2008 wurden im Vergleich zu 2004 gerade einmal 4,4 Milliarden mehr US-Dollar für Entwicklungszusammenarbeit in Afrika ausgegeben. Das bedeutet eine Lücke von 20,6 Milliarden US-Dollar zur Zielvorgabe von 2010.
Auch Deutschland muss seine Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit insgesamt steigern. Das Ziel ist es – laut dem Stufenplan der EU zur Steigerung der Entwicklungsausgaben – im Jahr 2010 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens bereit zu stellen. 2008 waren es 0,38 Prozent, für 2009 liegen noch keine Zahlen vor. Jedenfalls müsste nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der deutsche Fiskus bis 2010 3,8 Milliarden US-Dollar, das sind etwa 2,6 Milliarden Euro, mehr für die Entwicklungszusammenarbeit einplanen.
Der Report, der sich insgesamt der Erfüllung des achten MDG widmet, weist auch auf weitere Bereiche der im MDG 8 angestrebten globalen Partnerschaft hin, die bis dato den Vorgaben hinterherhinken. Zum Beispiel gibt es noch immer kein Welthandelsabkommen, welches die Interessen der Entwicklungsländer an erste Stelle setzt. Auch der zollfreie Export in die Industrieländer ist bisher nur für 80 Prozent der Waren aus Entwicklungsländern möglich, 97 Prozent wurden im WTO-Abkommen von 2005 in Hongkong festgelegt. Auch bemängelt der UN-Report, dass die Schuldenerlasse für Entwicklungsländer mit in die Statistiken der Entwicklungsfinanzierung mit einfließen.


Am 29. September 2009 um 18:14 Uhr
[...] zu 2004 50 Milliarden US-Dollar mehr für die Entwicklungszusammenarbeit ausgeben. Ein Bericht der Vereinten Nationen hat nun dargelegt, dass zur Erreichung dieses Ziels 34,7 Milliarden US-Dollar fehlen. Dieses Geld [...]