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Entwicklung und Klimaschutz sind keine Gegensätze

wdr-2010Der neue Weltentwicklungsbericht der Weltbank hat eine klare Botschaft: Entwicklung und Klimaschutz sind gemeinsam möglich, wenn die reichen Industriestaaten die finanziellen und technischen Voraussetzungen liefern. Der Weg des CO2-intensiven Wirtschaftens gefährdet hingegen die nachhaltige Entwicklung ärmerer Staaten, denn ein Anstieg der globalen Temperatur trifft sie am härtesten. So gibt es nach Meinung der Weltbank keine Wahl zwischen Entwicklung bzw. Wachstum oder Klimaschutz, denn ohne Klimaschutz wird es beides nicht geben.

Laut dem Bericht der Weltbank lebt heute immer noch ein Viertel der Menschheit in extremer Armut, 1,6 Milliarden Menschen sind ohne Elektrizitätsversorgung, 1 Milliarde hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hunger und Unterernährung sind in Entwicklungsländern weit verbreitet. Ein Viertel aller Kinder in Entwicklungsländern sind unterernährt. Deshalb muss die Armutsbekämpfung Priorität für die Entwicklungszusammenarbeit und die Entwicklungsländer bleiben. Der Klimawandel wird die Entwicklungsbemühungen allerdings erschweren. Armutsbekämpfung muss deshalb immer mit Klimaschutz zusammengedacht werden. Will die Staatengemeinschaft die Millenniums-Entwicklungsziele erreichen, so sind massive Investitionen im Agrarbereich, der Energieversorgung und im Transportbereich notwendig – alles potentielle Quellen für noch mehr Treibhausgasemissionen, wenn die Industrieländern die Entwicklungsländer nicht technisch und finanziell in Richtung einer klimafreundlichen Entwicklung unterstützen.

drought-flickr-by-irri-imagesDie Staaten müssen jetzt und gemeinsam handeln, sonst könnte der Temperaturanstieg bis zum Jahrhundertende bis zu fünf Grad Celsius betragen, warnt die Weltbank. Die Industrieländer sieht die Weltbank in der Pflicht. Diese müssen ihre CO2-Emissionen drastisch kürzen. Das würde auch endlich die notwendigen Anreize zu Neuerungen bei klimafreundlichen Technologien erzeugen, denn 2050 muss der globale Ausstoß 50 Prozent geringer sein als noch 1990. Den Entwicklungsländern müssen sie zudem die technischen und finanziellen Hilfen zukommen lassen um sich klimafreundlich zu entwickeln und die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Die Kosten dafür sind hoch, aber zu bewältigen: 80 Milliarden US-Dollar werden bis 2050 pro Jahr für die Klimaanpassung veranschlagt und 400 Milliarden pro Jahr bis 2030 für eine klimafreundliche Entwicklung und Reduktionsmaßnahmen in Entwicklungsländern. Bis jetzt sind die Finanzierungen im Klimabereich weit hinter dem was notwendig ist, konstatiert die Bank.

suv-flickr-by-anakrinokairosÜbrigens: Die Weltbank hat errechnet, dass allein die Umrüstung aller US-amerikanischen Geländewagen auf die Verbrauchsnormen der EU ziemlich genau die Emissionen einsparen würde, die die Elektrizitätsversorgung der 1,6 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Strom produzieren würde. Nur ein Beispiel wie ungerecht die Nutzung der Atmosphäre global verteilt ist.

Eine Reaktion zu “Entwicklung und Klimaschutz sind keine Gegensätze”

  1. Deine Stimme gegen Armut Blog » Blog Archiv » Palmen in Potsdam? Vor der Klimakonferenz in Kopenhagen

    [...] Gegenteil.  Der Finanzbedarf für die Anpassung allein in Entwicklungsländern liegt nach Schätzungen der Weltbank bei jährlich 75 bis 100 Milliarden US-Dollar. Eine hohe Summe, aber im Vergleich zu den [...]

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