Weniger Kinder sterben an Armutsfolgen
Im TV-Spot von “Deine Stimme gegen Armut” heißt es: “Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut”. Diese Zahl muss nun erfreulicherweise leicht korrigiert werden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat gestern neue Zahlen zur Kindersterblichkeit veröffentlicht. Angesichts von 8,8 Millionen Kindern die jedes Jahr an zumeist behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten, mutet es fast zynisch von Erfolgen im Kampf gegen die Kindersterblichkeit zu sprechen (Foto: PLAN).
Dennoch: Die Kindersterblichkeit ist weltweit im Vergleich zu 1990 um 28 Prozent zurückgegangen, so die Zahlen der UN-Organisation. Das ist ein Fortschritt, zeigt aber auch, dass für die Erreichung des vierten Millenniumsentwicklungsziels (MDG) noch größerer Anstrengungen bedarf. Bis 2015 will die Staatengemeinschaft die Kindersterblichkeit im Vergleich zu 1990 um insgesamt zwei Drittel senken, also um etwa 66 Prozent.
Die häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren in Entwicklungsländern sind Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen. Auch an Malaria und HIV/Aids sterben jährlich viele Kinder. Allein 40 Prozent der Todesfälle entfallen dabei auf die riesigen Länder Indien, Kongo und Nigeria. Insgesamt entfallen allein auf Afrika und Asien 93 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf.
Doch UNICEF berichtet auch von großen Fortschritten in einigen der ärmsten Länder weltweit. So konnte die Kindersterblichkeit z.B. in Bolivien, Bangladesch und Malawi überdurchschnittlich stark gesenkt werden. Erfolg versprechend sind dabei oft relativ einfache Mittel wie z.B. Impfungen gegen Krankheiten oder die Verteilung von Moskitonetzen zum Schutz gegen Moskitos, die Malaria übertragen.
Durchfallerkrankungen, eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren, sind aber häufig auf verunreinigtes Trinkwasser und schlechte hygienische Bedingungen bei der Sanitärversorgung zurückzuführen. Das Problem ist riesig, denn 884 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und etwa 2,5 Milliarden Menschen haben keine saubere Sanitärversorgung zur Verfügung. Will die Staatengemeinschaft das MDG 4 erreichen, muss sie besonders hier ansetzen.

