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Krise darf nicht die Behandlung von HIV/Aids-Patienten gefährden

rote-schleife-foto-flickr-sully-pixelAuf der gestern zu Ende gegangenen Expertenkonferenz zu HIV/Aids, betonten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass die weltweite Wirtschaftskrise nicht die umfassende Behandlung von HIV-Infizierten gefährden dürfe. Der größte Teil der 33 Millionen an HIV/Aids erkrankten Menschen lebt in armen Ländern, 22 Millionen in Subsahara-Afrika. Viele dieser Staaten können den Betroffenen keine optimale Behandlung bieten, sie sind auf Spenden und die Entwicklungszusammenarbeit von anderen Staaten, Organisationen und Stiftungen angewiesen. Wenn im Zuge der Wirtschaftskrise die Mittel in diesem Bereich gekürzt werden, hätte dies dramatische Folgen für die Patienten, deren Leben an der Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten hängt, die die Vermehrung des HI-Virus im Körper stoppt.

Ein großes Problem sind die Preise für die antiretroviralen Medikamente. Besonders die neueren wirkungsvolleren Präparate unterliegen dem Patentschutz und dürfen nicht von anderen Unternehmen außer dem „Entdecker“ des aids-medikamte-foto-flickr-shortie664Wirkstoffs produziert werden. Das heißt aber auch, dass dieses Unternehmen den Preis, zumindest für die Zeit des 20-jährigen Patentschutzes, festlegen kann. Dieser Preis ist meist für die Verhältnisse in armen Ländern viel zu hoch und auch die Hilfsorganisationen können nicht dauerhaft die hohen Preise bezahlen. Eine Möglichkeit aus dieser Situation zu entkommen, wäre die Schaffung eines Patentpools. In diesen Pool stellen die Unternehmen ihre Patente für ein Medikament ein, der zum Beispiel von einer internationalen Organisation verwaltet wird. Auf diesen Pool können dann andere Pharmaunternehmen zugreifen und gegen eine Lizenzgebühr billigere Nachahmerprodukte (Generika) für bestimmte Länder oder Regionen produzieren. Mehr Informationen dazu gibt es bei Ärzte ohne Grenzen.

Eines der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) ist es bis 2010, also bis nächstes Jahr den universalen Zugang zu medizinischer Behandlung für alle bedürftige HIV-infizierten Menschen herzustellen. Dieses Ziel wird wohl leider nicht mehr erreicht werden können. Im Jahr 2007 waren immer noch 69 Prozent der HIV-Infizierten, die eine Behandlung benötigen ohne Zugang zu medizinischer Versorgung.

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