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ONE fühlt den G8 auf den Zahn

data-report-2009-coverDie entwicklungspolitische Lobbyorganisation ONE hat am Donnerstag ihren jährlichen “DATA Bericht” für 2009 herausgegeben und die Versprechen der G8-Staaten gegenüber Afrika näher unter die Lupe genommen (deutsche Zusammenfassung). Beim G8-Gipfel in Gleneagles (Schottland) vor vier Jahren sagten die führenden Industrienationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien, Japan, USA und Russland) zu, die Entwicklungshilfemittel für Afrika um 21,5 Milliarden US-Dollar bis 2010 zu erhöhen.

Bis Ende 2008, so das Ergebnis des Berichts, sind davon gerade einmal 7 Mrd. US-Dollar geflossen. Viel zu wenig, um das eigene Ziel der G8 zu erreichen. ONE hat als Schuldige dafür Frankreich und Italien ausgemacht. Die Erhöhung der Entwicklungshilfemittel für Afrika ist in beiden Ländern besonders niedrig ausgefallen. Frankreich gab für die Region zwischen 2004 und 2008 gerade einmal 340 Millionen US-Dollar mehr aus, Italien etwa 570 Millionen US-Dollar. Anders ausgedrückt haben Frankreich und Italien bisher nur sieben Prozent bzw. drei Prozent der Mittel zur Verfügung gestellt, die sie bis 2010 für Afrika zugesagt haben. ONE fordert deshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, ihre Kollegen Nicolas Sarkozy und Silvio Berlusconi beim kommenden G8-Gipfel im Juli an ihre Zusagen zu erinnern.

Aber auch Deutschland muss seine Mittel bis 2010 deutlich steigern und zwar um etwa 2,6 Milliarden US-Dollar auf 6,5 Milliarden. Trotzdem kommt Deutschland gut weg, da die Bundesregierung in den letzten drei Jahren ihre Mittel für Afrika deutlich erhöht hat. Positiv findet ONE zudem, dass Deutschland als erstes G8-Land Mittel aus dem CO2-Emissionshandel für die Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt hat, mahnt aber auch an, entwicklungsfördernde Handelsreformen umzusetzen.

Parallel zur Vorstellung des Berichts in Berlin, präsentierte ein hochkarätiges Podium in London die englischsprachige Version des DATA Reports. Unter anderem waren Bob Geldof, Erzbischof Desmond Tutu, Dr. Francoise Ndayshimye ( Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria), Bill Gates und Arunma Oteh (Vizepräsidentin bei der African Development Bank) mit dabei.

Eine Reaktion zu “ONE fühlt den G8 auf den Zahn”

  1. Joachim Blume

    Es herrscht Sozialdarwinismus unter den Menschen. Und innerhalb dieses Systhems spielt Afrika lediglich eine Rolle als ein auszubeutender Kontinent. Wie lange noch? Ich bin sicher, noch sehr lange.

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