“Wir zahlen nicht für eure Krise”
…war das Motto der größten Demonstration in Deutschland seit dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Nach Angaben von attac nahmen an den beiden Demonstrationen in Frankfurt und Berlin insgesamt etwa 55.000 Menschen teil.
Im internationalen Block der Demo in Berlin fanden sich vor allem Umwelt- und Entwicklungsorganisationen der Zivilgesellschaft. Dort marschierten auch die Aktivistinnen und Aktivisten von “Deine Stimme gegen Armut” neben Oxfam, terre des hommes oder FIAN. Banner und selbst gestaltete Sprechblasen skandierten “Weichen stellen für Entwicklung – globale Gerechtigkeit jetzt” oder „Hypo Real Estate: 102 Mrd. – Afrika: 2 Mrd.“ Es war klar, worum es ging: Mehr Augenmerk für die armen Länder, das heißt auch, Finanzierungszusagen für Entwicklung einhalten und nicht angesichts der Krise einknicken und Arme und Wehrlose im Stich lassen.
Trotz des ernsten Themas sorgte besonders der internationale Block für frohe Stimmung. Metergroße selbst gestaltete Puppen und Trommler ließen karnevalistische Stimmung aufkommen und standen symbolisch für die weitgehend friedlich verlaufende Demo. Die am Rande der Abschlusskundgebung stattfindenden Auseinandersetzungen einiger Demonstranten mit der Polizei wurden von den Medien leider, aber irgendwie typisch, etwas überzeichnet.
Aufgerufen hatte zu den beiden Demonstrationen ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen mit zum Teil recht unterschiedlicher Motivation. Dies spiegelte sich auch bereits im Vorfeld ab, denn einen einzigen gemeinsamen Aufruf zu der Demo gab es nicht. In den insgesamt fünf (!) Aufrufen fanden sich Gleichgesinnte mit gleichen oder ähnlichen Zielvorstellungen zusammen. International orientierte Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie Oxfam, FIAN und der Verband Entwicklungspolitik (VENRO) lenkten in ihrem Aufruf den Blick auf die Auswirkungen der globalen Krise für die Menschen in den ärmsten Ländern weltweit. Sie fordern von der Bundesregierung und von dem G20-Gipfel am 2. April ein klares Bekenntnis zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) und den Finanzierungszusagen der reichen Gebernationen.



