Entwicklungshilfe steigt: 10 Prozent mehr in 2008
Die weltweiten Entwicklungshilfemittel (ODA) sind 2008 auf 119,3 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das ist ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2007. Deutschland hat seine Leistungen von 12,3 Milliarden US-Dollar auf 13,9 Milliarden gesteigert, ein Plus von 5,7 Prozent. In absoluten Zahlen liegt Deutschland damit erneut auf dem zweiten Platz aller Geberländer. Mit einem Anteil von 0,38 Prozent am Bruttonationaleinkommen (BNE) nimmt es jedoch nur einen Platz im unteren Mittelfeld ein.
Damit ist die Bundesrepublik noch immer weit von der zugesagten Erhöhung der so genannten ODA-Quote auf 0,51 Prozent des BNE bis 2010 entfernt.Diese Zahlen hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute veröffentlicht.
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sieht sich bestätigt: “Die OECD-Zahlen für 2008 belegen, dass Deutschland sein Engagement für die weltweite Armutsbekämpfung kontinuierlich ausbaut. Wir stehen zu der europäischen Zusage, die ODA-Quote bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent zu steigern.” Gleichzeitig fordert sich aber weitere Anstrengungen angesichts der dramatischen Folgen der Finanz-, Wirtschafts- und Nahrungsmittelkrise.
Die Hilfsorganisation Oxfam beurteilt die Steigerung der Ausgaben als “begrüßenswert, aber unzureichend”. Ihr entwicklungspolitischer Berater Reinhardt Hermle rechnet vor, dass Deutschland die Leistungen um 27 Prozent oder 3,7 Milliarden US-Dollar erhöhen müsste, um sein Versprechen zu halten. Angesichts der Konjunkturpakete gegen die Wirtschaftskrise sagte Hermle: “Die Proportionen sind völlig aus den Fugen geraten. Um unseren Wohlstand zu sichern, wird kein Aufwand gescheut – um den Ärmsten ein Überleben zu sichern, geben wir nur Krümel.”


Am 10. Juli 2009 um 10:31 Uhr
[...] Quote lag 2008 bei 0,38 Prozent, dieses Jahr wird sie voraussichtlich auf 0,41 Prozent ansteigen. Im Haushaltsentwurf für 2010 [...]