MDG-Halbzeit: Neuer UN-Report zeichnet düsteres Bild
Vor acht Jahren wurden acht Ziele zur Armutsbekämpfung festgelegt. Diese Millenniumsentwicklungsziele (MDG) sollen bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden. Heute ziehen die Vereinten Nationen (UN) mit dem “Millennium Development Goals 2008 Report” Halbzeit-Bilanz: Sie fällt in vielen Bereichen erschreckend aus. Weil weltweit Nahrungsmittel teurer geworden sind, drohen 100 Millionen Menschen zusätzlich in Armut zu geraten. Immer noch sterben jedes Jahr 500.000 werdende Mütter in armen Ländern bei Schwangerschaft oder Geburt. Und wenn es so langsam weitergeht wie bisher, werden Mädchen auch 2015 noch in 98 Ländern der Welt eine schlechtere Schulbildung bekommen als Jungen.
Immerhin können die UN auch Fortschritte vermelden. Endlich geht die Zahl der AIDS-Toten zurück, allerdings fordert die behandelbare Krankheit immer noch zwei Millionen Opfer pro Jahr. Die Zahl der Menschen – überwiegend Kinder – die jedes Jahr an Masern sterben, konnte seit dem Jahr 2000 sogar um zwei Drittel gesenkt werden, weil groß angelegte Impfkampagnen nun 80 Prozent der Kinder in Entwicklungsländern erreichen.
Eine klare Botschaft des Berichts: Wenn es weitere Fortschritte geben soll, dann darf die “globale Entwicklungspartnerschaft” wie sie in MDG 8 formuliert ist nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben. Hier sind die Industrieländer besonders gefragt: Die Entwicklungshilfe müsste deutlich erhöht werden – doch statt dessen sind die Leistungen der reichen Länder in den letzten zwei Jahren sogar gesunken. Die Welthandelsregeln müssten gerecht gestaltet werden, denn zwei Drittel der armen Menschen weltweit leben in ländlichen Regionen. Die Kleinbauern können nicht mit den subventionierten Importen aus reichen Länder konkurrieren.
Was können wir in Deutschland dafür tun, damit Armut einpacken kann und die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele endlich stärker vorangetrieben wird? Dazu erstellt „Deine Stimme gegen Armut“ derzeit gemeinsam mit zahlreichen anderen Kampagnen eine Studie, die nächste Woche der Bundesregierung übergeben wird. Natürlich kannst Du auch selbst mit Deiner Stimme den Forderungen Nachdruck verleihen!


Am 11. September 2008 um 14:40 Uhr
[...] Bereichen mangelnde Fortschritte. Unsere Kollegen von Deine Stimme gegen Armut analysieren in ihrem Blogeintrag: Weil weltweit Nahrungsmittel teurer geworden sind, drohen 100 Millionen Menschen zusätzlich [...]
Am 18. September 2008 um 09:09 Uhr
[...] rechtzeitig bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden können. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Bilanz ernüchternd ausfällt (Halbzeitreport der UN, PDF). Zwar gibt es gute Nachrichten: Die Zahl der [...]
Am 7. Oktober 2008 um 19:53 Uhr
Internationale Konzerne ( z.B Monsanto) kontrollieren weltweit die Getreideanbauflächen, die Erträge werden über Börsen an die Meistbietenden verteilt und gehen in die Regionen, die die Preise bezahlen können. Die einheimische Bevolkerung in der Dritten Welt hat grundsätzlich keinen
rechtlich kodifizierten Besitzschutz, so dass sie beliebig von wirtschaftlichen Nutzflächen vertrieben werden können, für die sich die Konzerne oder fremde Regierungen ( China im Südsudan ) interessieren. So müssen die Menschen auf wirtschaftlich kaum verwertbaren Böden überleben oder sie können die Preise nicht bezahlen, die von den Distributoren verlangt werden, weil ein Arbeitsmarkt nicht existiert ( die faktische Arbeitslosigkeit auf dem Lande beträgt über 80 %.). Zudem werden größere Teile der nicht erweiterbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen
( eine Renaturierung bei fortschreitender Versteppung wird nicht für notwendig gehalten ) für
die Herstellung von Ersatzbenzin oder Viehfutter verwendet. Daher ist ein Strukturwandel zwingend geboten. M.f. G. H. W.