50 Jahre Hilfswerk Misereor: “Entwicklungspolitik ist unverzichtbar”
Das katholische Hilfswerk Misereor hat heute in Aachen sein 50jähriges Bestehen gefeiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete in seinem Festvortrag die Entwicklungspolitik als unverzichtbar.
Wer glaubt, katholische Entwicklungshelfer ziehen mit der Bibel durch arme Länder, ist falsch gewickelt. In 50 Jahren hat Misereor mehr als 5,5 Milliarden Euro gesammelt und damit rund 95.000 Entwicklungsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Dabei unterhält das Hilfswerk keine eigenen Projekte, sondern berät und finanziert Nichtregierungsorganisationen, Gemeinden und Selbsthilfegruppen vor Ort.
So wird sichergestellt, dass die Projektarbeit an die Bedürfnisse und Lebensweisen der Menschen angepasst. Zum Beispiel in Bolivien: Dort hat Misereor Kleinbauern beim ökologischen Landbau unterstützt und damit nicht nur erreicht, dass die Ernten sicherer geworden sind, sondern auch die Erträge beim Anbau von Kartoffeln, Mais, Weizen, Gerste, Quinua und Gemüse gesteigert wurden. Die Kosten für die Bauern haben sich durch den Verzicht auf teure Chemie erheblich reduziert. Die Abwanderung in die Städte ist spürbar zurückgegangen.
Auch in Deutschland engagiert sich Misereor, unter anderem im Rahmen der Aktion “Deine Stimme gegen Armut”. Im Mai 2007 organisierte das Hilfswerk in Aachen einen Aktionstag und sammelte im Rahmen dieser “White Band Night” Stimmen gegen Armut.

