Europäische NGOs: 75 Milliarden Euro fehlen den Ärmsten
Wenn die europäischen Staaten ihre Entwicklungshilfepraxis fortsetzen wie bisher, klafft 2010 eine Lücke von 75 Milliarden Euro gegenüber den gegebenen Versprechen. Das ist die Kernaussage des “Aid Watch Report 2008″, der heute in Brüssel vorgestellt wurde.
Der europäische Dachverband CONCORD, der 1.600 Organisationen aus ganz Europa vertritt, kritisiert in dem Bericht, dass die europäische Entwicklungshilfe im vergangenen Jahr deutlich gesunken ist, vor allem weil traditionelle Geberländer wir Belgien, Frankreich und Großbritannien zehn bis 30 Prozent weniger gaben. Darüber hinaus wird kritisiert, dass Schuldenerlasse und Ausgaben für Flüchtlinge und Studienplätze für ausländische Studierende in Europa als Entwicklungshilfe eingerechnet werden, obwohl dadurch kein Cent für Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern zusätzlich ausgegeben wird.
Der deutsche Dachverband VENRO, der für das Kapitel über Deutschland verantwortlich zeichnet und einer der Träger von “Deine Stimme gegen Armut” ist, fordert die Einhaltung gegebener Versprechen. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Hilfe auch bei den Ärmsten ankommt, so Claudia warning, Vorstandsvorsitzende von VENRO.
Im EU-Stufenplan vom Mai 2005 haben sich die europäischen Regierungen verpflichtet, die Entwiclkungshilfeleistungen bis 2010 auf 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern und 2015 sogar 0,7 Prozent zu erreichen. Weltweit liegt die Quote derzeit bei 0,28 Prozent, Deutschland liegt bei 0,37 Prozent.


Am 6. Oktober 2008 um 16:42 Uhr
[...] Freitag haben europäische Nichtregierungsorganisationen unter dem Dach von CONCORD einen Bericht über die Situation der europäischen Entwicklungshilfe [...]