Spekulation mit Nahrungsmitteln für jedermann
Pünktlich zur weltweiten Nahrungsmittelkrise haben sich die Strategen der Deutschen Bank eine “passende” Werbekampagne einfallen lassen. Während Hunger die Menschen weltweit auf die Strassen treibt und zu Ausschreitungen in Haiti, Bangladesch und Teilen Afrikas führt, versucht die Deutsche Bank mit ihrer neuen Werbekampagne für die Teilnahme an Nahrungsmittelspekulationen zu werben, und das ausgerechnet auf Brötchentüten bei Frankfurter Bäckern.
Mit der zynischen Aufschrift “Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe – mit dem Agriculture Euro Fond haben Sie die Möglichkeit, an der Weiterentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren. Investition in etwas Greifbares” wird versucht die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu verharmlosen und sie somit für den Otto Normalverbraucher interessant zu machen. Das dies die Preisschraube an den internationalen Märkten nach oben dreht, scheint dabei zweitrangig.
Allerdings hat die Deutsche Bank ihre Rechnung ohne das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC gemacht. Dieses machte am vergangenen Dienstag mobil und protestierte vor der Filiale der Deutschen Bank in Frankfurt für die Eindämmung der Spekulation mit Lebensmitteln und eine stärkere Regulierung der internationalen Agrarmärkte. Als Reaktion hat die Deutsche Bank zwar ihre Brötchentütenwerbung eingestellt; der Fond bleibt aber im Portfolio und wird weiterhin beworben. Auf der dazugehörigen Webseite kann man den neuen Werbeflyer sowie die makaberen Erfolgsfaktoren des Fonds einsehen.

