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EU-Lebensmittel fördern Lebensmittelkrise

Vor ein paar Tagen haben wir erläutert, wie die Nachfrage nach Biokraftstoffen, weltweit zu mehr Hunger führt. Jetzt zeigt in Artikel in der Süddeutschen Zeitung anschaulich, wie subventionierte Lebensmittel aus Europa den Kleinbauern in Entwickungsländern schaden und die weltweite Lebensmittelkrise verschärfen.

Hühnerteile aus der EU auf einem Markt in Janunde (Kamerun; Foto: EED)Tomatenmark in Dosen, zum Beispiel, wird von südeuropäischen Konzernen nach Ghana exportiert und dort für 29 Cent verkauft. Einheimische Produzenten müssen 35 Cent je Dose verlagen, um nicht draufzuzahlen. Europäisches Tomatenmark ist deshalb so billig, weil die EU Tomatenproduzenten jährlich mit 380 Millionen Euro unterstütze, wird Francisco Mari von Ev. Entwicklungsdienst zitiert. Außerdem erhielten Firmen für einen Teil der Exporte eine Subvention von 15 Cent pro Kilo, wenn sie den Überschuss, den sie in der EU nicht absetzen können, außerhalb Europas verkauften. Ohne Subventionen müssten die EU-Bauern für die Tomatenmark-Dose in Ghana 58 Cent verlangen. Nach Protesten einheimischer Bauern hat die ghanaische Regierung nun ein Importverbot erlassen.

Einen ähnlichen Zusammenhang beim Export von Geflügelteilen aus der EU nach Westafrika und erfolgreiche Proteste dagegen hat der EED in der Broschüre “Keine Chicken schicken” dokumentiert. Mute Schimpf, Handelsexpertin beim Hilfswerk Misereor, fasst die Agrarpolitik der EU zusammen: “Sie ist auf Überschussproduktion ausgelegt. Und solange es Überproduktion gibt, wird es eine gewisse Exportförderung geben, die den armen Ländern mehr schadet als nützt.”

Die EU verhandelt aktuell mit Ländern aus Afrika, der Karibik und Pazifikregion bilaterale Handelsabkommen und drängt sie dabei zu Marktöffnung… keine Strategie, um ländliche Entwicklung und einheimische Nahrungsmittelproduktion zu stärken.

Der Evangelische Entwicklungsdienst und Misereor unterstützen übrigens die Aktion “Deine Stimme gegen Armut.

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