Positive Meldungen aus Afrika
Trotz vieler schlechter Nachrichten in den letzten Wochen zum Beispiel über weltweit sinkende Entwicklungshilfe und die Krisen nach den Wahlen in Kenia und Simbabwe vermelden Ellen Johnson Sirleaf (Staatspräsidentin von Liberia; Foto: WEF/swiss-images.ch/ Severin Nowacki) und Steven Radelet (Wissenschaftler aus Washington) in einem interessanten Gastkommentar in der Financial Times Deutschland optimistische Töne vom afrikanischen Kontinent.
Die negativen Meldungen „verstell(en) den Blick darauf, dass in vielen afrikanischen Staaten ein wirtschaftlicher und politischer Aufschwung begonnen hat (…) Immer mehr afrikanische Länder beenden Konflikte, setzen funktionierende Regierungen ein und richten ihre Wirtschaftspolitik neu aus“ so die beiden Autoren.
In etwa 15 afrikanischen Ländern, darunter Benin, Ghana, Mosambik, Namibia, Nigeria, Senegal, Südafrika und Tansania kam es in den letzten zehn Jahren zu durchschnittlichen Wachstumsraten von fünf Prozent. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg um annähernd drei Prozent. Gründe dafür sehen die Autoren in drei historischen Veränderungen, die diese Staaten durchlaufen haben: a) die Einführung demokratischer Prozesse und Führungssysteme, die sich an den Kriterien der Rechenschaftspflicht und Transparenz orientieren, b) verbessertes makroökonomisches Management und c) den Abbau der Schuldenberge.
Es müsse jedoch noch viel dafür getan werden, „den bisherigen Fortschritt zu konsolidieren und die gleichmäßigere Verteilung der wirtschaftlichen Früchte zu gewährleisten“. Dafür, so Sirleaf und Radelet, sind vor allem die Führerpersönlichkeiten und Bürger der afrikanischen Länder selbst verantwortlich. Aber auch die Industriestaaten stehen in der Pflicht: Ohne weitere Entwicklungshilfe und ohne ein faires Handelssystem werden sich die positiven Trends kaum verstärken können.

