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Armut und Behinderung: Den Teufelskreis durchbrechen

Sehende und Blinde lernen gemeinsam. Szene aus einer indischen Schule (Foto: Christoffel-Blindenmission/argum/Einberger)Vier von fünf Menschen mit Behinderungen leben in Entwicklungsländern, insgesamt über 520 Millionen. Nur ein oder zwei von 100 haben Zugang zu medizinischen Rehabilitationmaßnahmen, 98 Prozent der Kinder mit Behinderungen gehen nicht zur Schule, vergleichbar ist auch die Quote der Analphabeten. Zudem sind 80 bis 90 Prozent der behinderten Menschen weltweit ohne Arbeit.

Eine direkter und deutlicher Zusammenhang zwischen Behinderung, Armut und sozialer Ausgrenzung ist unübersehbar. In Entwicklungsländern wird daraus ein Teufelskreis, wenn man bedenkt, dass Behinderungen sowohl Ursache als auch Folge von Armut sind und beide sich gegenseitig verstärken.

Diesen Zusammenhang haben Gabriele Weigt von der Organisation Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev) und Rita Esser von der Christoffel-Blindenmission (CBM) Anfang März im Bundestags-Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erläutert. In dem Gespräch wurden Forderungen nach mehr finanziellen Mitteln sowie einem ganzheitlichen Ansatz bei der Förderung von Menschen mit Behinderungen erhoben. Wichtige Fortschritte der vergangenen Jahren reichten nicht aus, wie die beschriebenen Zahlen zeigen.

Zu jedem einzelnen Millennium-Entwicklungsziel (MDG) ist ein direkter oder indirekter Zusammenhang mit dem Thema Behinderung herstellbar. Die Einbeziehung der Interessen und Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen für die Umsetzung der Ziele entscheidend. Die MDG, darunter die Halbierung der extremen Armut bis 2015, können nicht erreicht werden, wenn rund 10 Prozent der Weltbevölkerung nicht in den Programmen berücksichtigt werden.

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