Der offizielle Blog zur Aktion DEINE STIMME GEGEN ARMUT


EPA-Aktionstag: Weckruf gegen unfairen Handel

Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin haben heute Brot für die Welt, der Evangelische Entwicklungsdienst, Oxfam, WEED und weitere Organisationen Bundeskanzlerin Angela Merkel als EU-Ratspräsidentin sowie den EU-Handelskommissar Peter Mandelson mit einem Weckruf dazu aufgerufen, ungerechte Handelsabkommen zu verhindern. Mit einem riesigen Wecker rissen die Aktivisten sie symbolisch aus ihren Freihandelsträumen.

Die Freihandelsabkommen (Economic Partnership Agreements, EPA) setzen auf eine weitere starke Marktöffnung der armen Länder. Dies gefährdet die Lebensgrundlage von Kleinbauern, wirkt sich negativ auf die Umwelt aus und bedroht die wirtschaftliche Zukunft der AKP-Staaten (Staaten in Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum).

Weltweit protestierten heute Arbeiter, Kleinbauern, Aktivisten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus Europa und aus Afrika, der Karibik und dem pazifischen Raum (den AKP-Staaten) vor den deutschen Botschaften gegen EPAs. Zum weltweiten Aktionstag am 19. April erschien eine Beilage in der taz mit vielen Hintergrundartikeln. In dem losen Bündnis EPA07 sind über 200 europäische Organisationen zusammengeschlossen.

Eine Reaktion zu “EPA-Aktionstag: Weckruf gegen unfairen Handel”

  1. Manfred Großwendt

    Meine Stimme gegen die Armut !

    Habe am 02. August in der Sendung “Monitor” im 1. Deutschen Fernsehen einen erschütternden und wütend machenden Beitrag über die europäischen Handelsgewohnheiten mit afrikanischen Staaten gesehen. In diesem Beitrag wurde aufgezeigt, wie die Europäische Union ihre politische und wirtschaftliche Übermacht gegenüber verarmten Staaten schamlos ausnutzt, um allein die fatalen Folgen ihrer eigenen fehlgeschlagenen Politik auf Kosten anderer auszubügeln.
    Hier wurde aufgezeigt, wie die EU mit einer Vielzahl von Staaten an der Westküste Afrikas, Abkommen für Abfischung des Meeres vor ihren Küsten geschlossen hat. Der Senegal hat dieses Abkommen jetzt aufgekündigt, da bis heute von den zugesagten Zahlungen in Millionenhöhe so gut wie nichts in den Staatshaushalt eingezahlt worden wäre. Alle anderen Staaten halten sich aber noch an dieses Abkommen, mit zum Teil verheerenden Folgen für die eigene Bevölkerung in den Küstenregionen dieser Staaten. Da die europäische Fischereiindustrie mit ihrer gesamten und geballten Kraft ihre “Fischereirechte” durchsetzt und mit riesigen schwimmenden Fischfabriken vor den Küsten dieser armen Länder operiert, haben die kleinen – größtenteils als Familienbetrieb geführten – Unternehmen keine Chance mehr, mit ihren kleinen Booten aus den überfischten Regionen auch nur annähernd ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Immer häufiger kommen die Fischer mit einem Fang zurück, welcher noch nicht einmal ausreicht die eigene Familie zu ernähren. Deshalb steigt die Zahl derjenigen ständig und immer größer an, die sich dann in ihre Boote setzen um dann dorthin zu gelangen wo der Reichtum so groß zu sein scheint, dass man mit einer illegalen und entwürdigenden Arbeit immer noch so viel verdienen kann, um seine Familie zu ernähren.
    Die Obszönität und der Zynismus dieses Kreislaufs liegt darin, dass diese Menschen auf ihrer Fahrt über hunderte Meilen auf dem offenen Meer hin zu ihren angeblichen Wohltätern, eben auf dem Weg zu denjenigen oder an den deren Stränden elendig sterben, welche ihnen vorher ihre Lebensgrundlage geraubt haben.
    Und das alles nur, um einer gehobenen Schicht der Gourmet-Oberschicht den Genuss von Fischdelikatessen (siehe Tintenfischbestände) zu ermöglichen und/oder den größtmöglichsten Profit in diesem Markt zu erzielen.
    Der menschenverachtende Zynismus dieser Handelspolitik wird dann auch noch durch ein Statement des zuständigen Europapolitikers deutlich. Dieser behauptete in dieser Sendung allen Ernstes, dass die Verhandlungen mit den einzelnen Küstenstaaten auf “Augenhöhe” stattgefunden haben. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Macht der EU, kann eine solche Aussage nur als bewusste Volksverdummung verstanden werden.

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