ZEIT-Debatte: Wirksamkeit von Entwicklungshilfe
Eveline Herfkens, UN-Sonderbeauftragte für die UN Millennium-Kampagne, antwortete in einem Leserbrief an die ZEIT auf den am 11.01.2007 erschienen Artikel “Wofür das Ganze?” von Bartholomäus Grill. Grill fragte nach der Wirkung von in Billionenhöhe ausgezahlter Entwicklungshilfe.
Herfkens kritisiert die Einseitigkeit Grills. Sie verweist auf die internationalen Anstrengungen zur Verbesserung der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe. Die MDGs forderten von den Industrieländern eben nicht nur die Erhöhung der Hilfe, sondern vor allem auch gerechte Welthandelsbedingungen, Entschuldung und faire Entwicklungspartnerschaften. Im Gegenzug müssten die Entwicklungsländer Verantwortung für eine Armutsstrategie übernehmen. Die bisherige Praxis der Projektfinanzierung sei eine Hürde für die Verbesserung der Effektivität, weshalb die gegenwärtigen Bestrebungen zur Koordinierung von Hilfe vorangebracht werden müssten: “Während in der Vergangenheit Entwicklungshilfe oft versagt hat, haben wir heute eine starke und weitreichende Agenda, um die entscheidenden Probleme anzugehen: die Paris-Erklärung von 2005. [...] Die deutsche Regierung hat bereits ‘Effektivität von Entwicklungszusammenarbeit’ auf ihre Agenda für die EU-Ratspräsidentschaft und für den Vorsitz des G8 Gipfels gesetzt.”

