Wofür das Ganze?
…fragt “Die Zeit” in einem Artikel über den Sinn von Entwicklungszusammenarbeit – eine Billion Dollar sei bereits in den Süden geflossen, und doch sind die Armen arm geblieben. Afrika-Korrespondent Bartholomäus Grill hat drei Gründe für die paradoxe Situation ausgemacht, dass es trotz Entwicklungshilfe so viel Armut gibt, wieso “all die gut gemeinten Anläufe bislang so jämmerlich gescheitert sind.” 1. Die zugrunde liegende Entwicklungsphilosophie: Es gibt kein Patentrezept für gelungene Entwicklung. Im Prinzip weiß man zu wenig über die komplexen Prozesse. 2. Die Geber: Das Heer der Helfer sei getrieben von Machbarkeitsobsession und steht sich dabei selbst im Weg. 3. Die Nehmer: Sie profitieren von der Hilfe, das Geld versickert und kommt nicht bei den Armen an.
Dennoch kommt Grill nicht zu dem Schluss, Entwicklungszusammenarbeit einzustellen. Im Gegenteil: “Es wird Zeit, Entwicklungshilfe nicht nur als moralische Selbstverpflichtung zu begreifen, sondern als globale Strukturpolitik. Die obszöne Ungleichheit gebiert Krieg und Terrorismus, verstärkt Flüchtlingsströme, zerstört die Lebensgrundlagen, und nur eine gerechtere Welt ist eine sichere Welt. (…) Trotz aller Kritik aber ist zu bedenken, dass die gesamten Transferleistungen des Nordens in einem halben Jahrhundert – jene Summe, die manche auf rund eine Billion Dollar schätzen – gerade einmal so hoch sind wie die globalen Rüstungsausgaben pro Jahr.“


Am 22. Februar 2007 um 09:22 Uhr
[...] Eveline Herfkens, UN-Sonderbeauftragte für die UN Millennium-Kampagne, antwortete in einem Leserbrief an die ZEIT auf den am 11.01.2007 erschienen Artikel “Wofür das Ganze?” von Bartholomäus Grill. Grill fragte nach der Wirkung von in Billionenhöhe ausgezahlter Entwicklungshilfe. Herfkens kritisiert die Einseitigkeit Grills. Sie verweist auf die internationalen Anstrengungen zur Verbesserung der Wirksamkeit der Entwicklungshilfe. Die MDGs forderten von den Industrieländern eben nicht nur die Erhöhung der Hilfe, sondern vor allem auch gerechte Welthandelsbedingungen, Entschuldung und faire Entwicklungspartnerschaften. Im Gegenzug müssten die Entwicklungsländer Verantwortung für eine Armutsstrategie übernehmen. Die bisherige Praxis der Projektfinanzierung sei eine Hürde für die Verbesserung der Effektivität, weshalb die gegenwärtigen Bestrebungen zur Koordinierung von Hilfe vorangebracht werden müssten: “Während in der Vergangenheit Entwicklungshilfe oft versagt hat, haben wir heute eine starke und weitreichende Agenda, um die entscheidenden Probleme anzugehen: die Paris-Erklärung von 2005. […] Die deutsche Regierung hat bereits ‘Effektivität von Entwicklungszusammenarbeit’ auf ihre Agenda für die EU-Ratspräsidentschaft und für den Vorsitz des G8 Gipfels gesetzt.” [...]
Am 1. Juli 2007 um 19:44 Uhr
HILFE ist ein Geschäft… Es gibt also viele Spezialisten. Was ist aus dem Aufbau Ost Schwachsinn geworden ?! Die ehemalige Nomenklatur hat sich daraus ihre Gelder mehr oder weniger offiziell unterschlagen. So wie im ganzen Ostblock wo eine Hand voll Milliardäre die ganze Ökonomie belagert und die Gesetze nach eigenem Gebrauch bastelt. Was glaubt ihr, gutmütige Dummköpfe geschieht in der Dritten Welt, wo die Starken das direkt basteln?
ALSO : Schuldenerlaß ?! Das sind doch Löcher die durch Unterschlagungen entstanden sind. Zwingt sie also, indem ein Schuldenerlaß eben zu das eingesetzt wird zu was es eigentlich gemeint war…
Das höchste Capital was die haben sind nationalistische nichteinmischungs Behauptungen. NEIN. Denen sollte man eben Das DIKTIEREN. Damit das Geld von außen gesteuert bis ans Ziel kommt. Ansonsten, ist ALLES Schwachsinn.
Ich schlage vor, eine Art organisierte Niedrigzins- Anlagen. Von internationaler Politik genau im Griff, gehalten; JEDER sollte da Geldanlagen machen dürfen. Nicht nur die Großen Haien ! Auch der Kleine Mann also !
Der Schein trübt, aber, die ganze Internationale Politik bewegt sich ja garnicht ohne die Interessen bestimmter Oligarchien… Der kleine Mann könnte eine eigene Lobby haben. Und zwar, eine ganz mächtige !!! Schreibt mir an: brainjob@gmx.de
Am 1. Juli 2007 um 19:56 Uhr
Zurechtsätzung
Schwachsinn ist alles was den “Klugen” zum Fraß hingeworfen wird. Also das Ziel verfehlt und in die Taschen denen die darauf gewartet haben versickert.
Gutmütige Dummköpfe sind eben die, die ” Schlauen” zugute kommen lassen was als gutherziges Unternehmen gedacht ist. Gutmütigkeit ohne Sicherungsmaßnahmen ist nur Dummheit. ( Außer man liefert es an Parageschäfte aus und hat als Politiker sein Geld für das Scheitern oder Unterschlagen kassiert. Dann ist es Verbrechen. Dummheit ist kein Verbrechen. Aber die beste Nahrung für das Verbrechen)
Bitte gebt meine E- Mail Adresse da an.
Am 2. August 2008 um 21:39 Uhr
Wozu das ganze? Warum funktioniert Entwicklungshilfe in Afrika so schlecht? Das habe ich mich
auch schon gefragt und ich beschäftige mich seit 1979 mit Afrika. Ich kam zu nachfolgenden
Schlüssen:
1. Afrika (Im Sinne das afrikanische Menschen viel gemeinsam hätten) gibt es gar nicht. Die verschiedenen Länder sind zu unterschiedlich – ausser der Hautfarbe der Mehrheit der Bevölkerung haben sie gar nichts gemein. Entsprechend müssen Entwicklungsprojekte für jedes Land
separat ausgeheckt werde – wie man am besten ankommt, wie man es den Leuten beibringt,
was für natürliche Gegebenheiten zu beachten sind, welche Rivalitäten zwischen Stämmen
zu beachten sind etc.
2. Das Stammesdenken zerstört jede Entwicklung von Staatswesen, in dem mehrere Stämme integriert sind. Den meisten Ländern fehlen Strukturen zur nationalen Integration. Jedes Land sollte
ein Ministerium für Nationale Integration schaffen -damit die Leute beginnen national zu denken.
3. Die Gerontokratien, die Macht der Alten lässt neuen Entwicklungen wenig Raum.
Die Macht der Alten ist zu schwächen, damit Neues gedeihen kann.
4. Viele Menschen in Afrika sind Obrigkeits gewohnt und Königs gläubig. Damit wird
der Machtanspruch einer leitenden Elite zementiert – statt fortlaufend erneuert. Kein
Wunder dass so viele Präsidenten glauben sie seien die einzigen die ihr Land gut
leiten können und verfallen in Grössenwahn. Sie hören offiziell nur Aplaus, opositionelle
Stimmen werden fern gehalten. Entsprechend ist Demokratie und Wechsel zu fördern.
Staaten die Ihren Präsidenten Amtsperioden von mehr als 8 Jahren erlauben – sind
zu ächten.
5. Das mörderische Klima zwingt sich rasch zu nehmen, wenn es was zu holen gibt.
Nirgednwo gibt es so viele Krankheiten. Morgen kann man schon tot sein, deshalb heute
nehmen – wenn was da ist. Erst wenn die Leute eine längere Lebenserwartung in
Aussicht haben, werden sie für die Zukunft planen. Medizinsche Versorgung muss verbessert werden.
6. Die Entwicklungsansätze zogen bisher Natur, lokale Kenntnisse und Glauben zu wenig
in die Planung. Was nützen die besten Samen, Techniken, Kühe, Landwirtschaftliche Lehren – wenn
alle 50 Jahre mit einer Katastrophalen Dürre zu rechnen ist? Da wird alles verrecken. Jede Planung
hat mit der Kalkulierung vefügbaren Wassers bei maximal Dürre zu rechnen. Ein Bauer sollte
nie mehr Kühe pflegen, als er auch durch die Dürre bringt.
und noch viel mehr ….
In Afrika mahlen die Mühlen langsam. Aber man geht auch vorwärts. Hilfe ist nötig.